IMDb Charts: Kinofans küren Erdoğan-Streifen „Kod Adı K.O.Z.“ zum schlechtesten Film

Der türkische Actionfilm „Kod Adı K.O.Z.“ steht offenbar ganz unten in der Gunst der Kinozuschauer. Im Rahmen eines Votings der Internet Movie Database (IMDb) schafft es der Film auf den letzten von 100 Plätzen. Kritiker bezeichnen das Werk von Regisseur Celal Çimen als reinen Propagandafilm.

Die bekannte Internet Movie Database (IMDb) hat seine User über die ihrer Ansicht nach schlechtesten Kinofilme abstimmen lassen. In den so genannten Bottom 100 finden sich Klassiker, aber auch aktuelle Streifen. Angeführt wird das aktuelle Ranking von der Actionkomödie „Blubberella“ (2011) von Uwe Boll. Am anderen Ende der Skala findet sich der türkische Film „Kod Adı K.O.Z.“ (2015).

Während die Nummer eins unter den schlechtesten Filmen mit einem IMDb Rating von 2,5 Sternen aufwarten kann, erhält „Code-Name: Operation Maulwurf“ gerade einmal 1,6 Sterne. Immerhin: Um überhaupt in den Bottom 100 aufzutauchen, seien „mindestens 1500 Stimmen nötig, so das Portal.

Und worum geht es? In Kod Adı K.O.Z. dreht sich alles um eine Untergrundorganisation, deren landesweite Machtübernahme unter dem Stichwort „Köstebek Operasyonu Zamanı“ („K.O.Z.“) kurz bevorsteht. Gegen dieses Vorhaben setzen sich sowohl der Ministerpräsident mit seiner Regierung als auch die Justiz zur Wehr.

Obschon der Film nicht auf wahren Begebenheiten beruhen soll, kommen dem Zuschauer in dessen Verlauf so manche Dinge sehr bekannt vor. Zu offen werden auf die Ereignisse des Jahreswechsels 2013/14 angespielt (mehr hier). Die Verhaftungswelle beschäftigte damals die internationale Presse nachhaltig. Kritiker betrachteten den Streifen gar als Propagandafilm, so die türkische Zeitung Radikal. Geschickt platziert vor den anstehenden Parlamentswahlen am 7. Juni dieses Jahres und mit einem türkischen Ministerpräsidenten als Filmhelden.

Zweifel an dem rein künstlerischen Anspruch weckt auch die offizielle Webseite des Films. Dort wird die Intention klar genannt: Es gilt, das „wahre Gesicht der Staatsfeinde aufzudecken“ („Biz, devlet düşmanlarının iç yüzünün ortaya çıkarılmasını amaçlayan bir sinema filmi yapmak için yola çıktık.“).

Ab dem 26. Februar 2015 war „K.O.Z.“ auch in einigen deutschen Kinos zu sehen. Und auch hierzulande urteilten die Kritiker: „Ein lupenreiner Propagandafilm in Diensten der türkischen Machthaber, der Einblick gibt in das Selbstverständnis der heutigen politischen Elite.“ Ein Propagandafilm von einer Offenheit und Direktheit, wie man es hierzulande seit sehr dunklen Zeiten nicht mehr gesehen habe.

„Entscheidend sind aber die wilden Verschwörungstheorien, die den Film gliedern. Alles ist durchdrungen von den Bösen, und an allem schuld sind England und die britische Queen, die, so heißt es ungelenk, ‚eine Herrschaft über den Islam errichten wollen.‘ Und dann sind da natürlich noch die Amerikaner und schließlich die Globalisierung und das internationale Finanzkapital, ‚die Zinslobby‘, mit der die Nazis einst gegen den Versailler Vertrag hetzten. Und so geht es in einem fort, schreibt Rüdiger Suchsland vom SWR weiter. Dramaturgisch sei der Film ein Witz, hölzern erzählt, inklusive Holzhammer, so der Autor. Aber er sei doch auch gefährlich, denn am Ende des Films schwadroniere der Ministerpräsident noch einmal:

Es scheint so, dass wir einen neuen Unabhängigkeitskrieg vorbereiten müssen.

Die Liste der 100 schlechtesten Filme aller Zeiten wird jedes Jahr veröffentlicht. Im vergangenen Jahr schaffte es „Turks in Space (2006) unter die schlechtesten zehn.

Hier geht es zur gesamten Liste.

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