Erdoğan: Europa muss mehr Flüchtlinge aufnehmen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Mittwoch seine Forderung gegenüber Europa erneuert, künftig mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Dem Sterben der Menschen im Mittelmeer dürfe nicht länger zugesehen werden. Die Industrieländer sollten endlich ihre Pflicht tun.

Der türkische Präsident Erdoğan nahm seinen Staatsbesuch in Albanien am Mittwoch zum Anlass, sich einmal mehr an die europäische Staatengemeinschaft zu wenden. Er forderte die Länder auf, mehr Migranten und Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak aufzunehmen. Derzeit habe die Türkei die Hauptlast der Flüchtlingskrise zu tragen. Bislang habe das Land rund zwei Millionen Syrern Zuflucht geboten.

Bis dato habe die Türkei 5,6 Milliarden US-Dollar für die rund 1,7 Millionen Syrer und 300.000 Iraker ausgegeben, die in Flüchtlingslagern oder in türkischen Städten leben, so die Bilanz Erdoğans nach einem Treffen mit seinem albanischen Amtskollegen Bujar Nishani. Seiner Ansicht nach sollten die Industrieländer ihre „Pflicht“ tun und endlich Lösungen für diese Flüchtlingskrise entwickeln.

Wir alle seien Zeugen, „wie Flüchtlinge im Mittelmeer und anderswo sterben“, zitiert ihn die türkische Zeitung Sabah. Allein in diesem Jahr seien bereits Hunderte bei dem Versuch gestorben, Europa über den Seeweg zu erreichen. Sie ertragen, als ihre völlig überfüllten Boote auf dem Weg von Libyen nach Italien kenterten (mehr hier). „Können wir so diesen heimatlosen, ungeschützten und armen Menschen gegenüber so gefühllos sein? Sollten die Industrieländer nicht eine Lösung für diese Menschen bieten? Sie haben auch ihre Verpflichtungen. Jeder sollte seine Pflicht tun.

Statt Flüchtlinge aufzunehmen, will die EU aber offenbar einen anderen Kurs fahren. Die EU will Militär-Aktionen gegen Flüchtlings-Schlepper im Mittelmeer durchführen. Nach Angaben der Kommission sollen die EU-Staaten nach dem Vorbild der Piraten-Bekämpfung vor der Küste Somalias verfahren. Schiffe von Schleppern sollen gezielt versenkt werden (mehr hier).

In weniger als zwei Wochen sind südlich von Sizilien insgesamt 1.300 Flüchtlinge ertrunken.

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