So prügelt die Polizei auf Deutsch-Türken ein

Mehrere Polizei-Beamte aus Bielefeld halten einen deutsch-türkischen Autofahrer an. Anschließend prügeln sie grundlos auf den Mann ein. Der Mann wehrt sich nicht und wird dennoch wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. Die Richterin spricht ihn frei, nachdem sie ein Video des Vorfalls gesehen hat. Die Beamten sind noch im Dienst.

Der Mann wird verprügelt und danach wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. (Screenshot)

Der Mann wird verprügelt und danach wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. (Screenshot)

Bei einer Verkehrskontrolle in Herford hatten Polizisten grundlos auf einen Deutsch-Türken eingeschlagen und mit Pfefferspray besprüht. Die Beamten begründeten die Aggression mit dem Argument der „Notwehr“. Zuvor hatten die Polizisten eine  Alkoholkontrolle durchgeführt, die allerdings ohne Ergebnis blieb.

RTL zitiert Ercan: „Ich habe mich nicht gewehrt, weil das die deutsche Polizei war (…) Ich habe immer gelernt, Respekt und Achtung vor der Polizei zu haben.“

Dem Autofahrer Hüseyin Ercan wird nach den Vorfall „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ vorgeworfen. Es kommt zum Verfahren, aber die Staatsanwaltschaft will das Video, welches von der Polizei-Kamera aufgezeichnet wurde, nicht in das Verfahren aufnehmen. Offenbar wollte sie in Zusammenarbeit mit der Bielefelder Polizei den gesamten Vorfall vertuschen. Deshalb wurde lediglich Screenshots vom Video gemacht.

Doch die zuständige Richterin schaut sich das Video in voller Länge an und spricht Ercan frei. Hätte der Anwalt von Ercan nicht interveniert, würde sich der Deutsch-Türke heute unschuldig hinter Gittern befinden.

Über den Vorfall wurde auch in den türkischen Medien ausgiebig berichtet. Die Zeitung Takvim titelte „Unbegrenzte Gewalt“. Der Zeitung Hürriyet sagte Ercan, dass die Polizisten ihn auch auf der Polizei-Station traktiert und nackt ausgezogen hätten. Die Zeitung Türkiye zog einen direkten Vergleich zur Polizei-Gewalt in den USA und in Frankreich.

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