Minenunglück von Soma: Prügelopfer muss Geldstrafe zahlen

Ein türkisches Gericht hat einen ehemaligen Grubenarbeiter zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte im vergangenen Jahr im Verlauf der Soma-Proteste einen Dienstwagen beschädigt. Doch wahr ist auch: Ein ehemaliger Erdogan-Berater hatte während der Ausschreitungen auf den Mann eingetreten, während er auf dem Boden lag. Gegen den Berater wurden keine Ermittlungen aufgenommen.

Ein türkisches Gericht hat den Grubenarbeiter Erdal Kocabiyik zu einer Geldstrafe von 548 Türkische Lira verurteilt. Ihm wurde „Beschädigung öffentlichen Eigentums“ vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert eigentlich eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren.

Der Hintergrund: Im vergangenen Jahr kamen nach dem Grubenunglück von Soma 301 Menschen ums Leben. Bei den anschließenden Protesten kam es zu Zwischenfällen zwischen Polizisten und Grubenarbeitern. Im Verlauf der Auseinandersetzungen hatte der ehemalige Erdogan-Berater Yusuf Yerkel auf einen auf dem Boden liegenden Arbeiter eingetreten. Dieser Mann war Erdal Kocabiyik der derzeit unter Anklage steht. Gegen den Berater wurden bisher keine Ermittlungen aufgenommen.

Derzeit ist Kocabiyik arbeitslos. „Wir sind noch nicht mal imstande, unsere Miete zu bezahlen. Und jetzt kommt diese Geldstrafe. Deshalb wollen sie diese Summe von uns haben. Doch ich bin in Berufung gegangen“, zitiert Haber61 den Mann.

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