Eurovision Song Contest: Warum die Türkei jetzt doch teilnimmt

Die Türkei ist jetzt doch beim ESC in Wien dabei - zumindest inoffiziell. Elnur Huseynov, der für Aserbaidschan mit der kraftvollen Ballade „Hour of the wolf“ antritt, sieht sich auch als Vertreter der Türkei. In Wien ließ er sich jetzt sogar mit einer türkischen Flagge fotografieren.

In der Türkei ist der 28-jährige Elnur Huseynov sehr bekannt. Zuletzt gewann er die türkische Version der Casting Show „The Voice“. Elnur kennt die Türkei sehr gut und hat viel Zeit in Istanbul verbracht. Seine gefühlvolle Ballade „Hour of the wolf“ mit der er beim Eurovision Song Contest antritt, hat er auch in türkischer Sprache aufgenommen und in Istanbul ein Video dazu gedreht.

Auch viele türkische Künstler haben in Videos ihre Unterstützung aus der Türkei für Aserbaidschan und Elnur Huseynov bekundet. Darunter sind der Popstar Fettah Can, die Schauspielerinnen Fatma Toptaş und Şebnem Bozoklu sowie ihr Kollege Alper Kul und viele andere.

Das Finale des Eurovision Song Contest findet am 23. Mai erneut ohne die Türkei statt. Der türkische Fernsehsender TRT erwägt zwar eine Rückkehr zum ESC in 2016, aber wie schon 2014 nimmt er 2015 nicht am europäischen Gesangswettbewerb teil.

Häufig hatte die Türkei zuvor bei ihren Teilnahmen die begehrten 12 Punkte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten. Das liegt an den vielen türkischstämmigen Menschen, die in diesen Ländern leben.

Die 19-jährige Selina lebt in Deutschland und hat türkische Wurzeln. Sie sagt: „Es ist schade, dass die Türkei beim ESC wieder nicht dabei ist. Wir erinnern uns noch gern an unsere Teilnahmen und vor allem an den großartigen Sieg von Sertab Erener. Wir Türken unterstützen beim Eurovision Song Contest 2015 Elnur Huseynov aus Aserbaidschan. Er ist einer von uns.“

Seit Donnerstagabend steht fest, welche 27 Nationen beim großen Finale des 60. Eurovision Song Contests an den Start gehen. Aserbaidschan hat für Samstag die Startnummer 24 ergattert. Die Deutsche Ann Sophie präsentiert ihren Song „Black Smoke“ als 17. Deutschland hatte übrigens, neben Spanien, Frankreich, Großbritannien und Italien, schon im Vorfeld einen Platz im großen Finale sicher. Auch Österreich ist dank Conchita Wursts Sieg 2014 bereits gesetzt, ebenso wie Neuling Australien.

Aserbaidschan gab sein Eurovisions-Debüt in Belgrad 2008 und konnte schon im ersten Jahr einen beachtlichen Erfolg feiern: Das Duo Elnur & Samir erreichte mit seinem Titel „Day After Day“ einen guten achten Rang. Die vierte Teilnahme des Landes traf dann voll ins Schwarze. Ell / Nikki schafften es mit „Running Scared“ 2011 in Düsseldorf an die Spitze und holten damit den Contest 2012 nach Baku.

Insgesamt schaffte es das Land sieben Mal in die Top Ten, nahm acht Mal teil, gewann einmal und war überdies einmal Gastgeber.

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