Türkei eröffnet erstes Satelliten-Testzentrum

Die Türkei hat am Donnerstag sein erstes Satelliten-Montage und Test-Center eröffnet. Die Anlage befindet sich in Kazan, nordwestlich der Hauptstadt Ankara. Bislang hat das Land drei Kommunikationssatelliten im Orbit. Doch schon 2020 sollen es bereits 16 sein.

Auf der neuen Anlage sollen sich die Experten nun mit dem Gokturk-1 Satellit beschäftigen. Der zivile und militärische Beobachtungssatellit soll im November gestartet werden, so die Turkish Aerospace Industries (TAI).

Das Zentrum wurde vom Verteidigungsministerium und Telekommunikationsunternehmen Turksat finanziert. Betrieben wird es von TAI. Es ist Teil der türkischen Bemühungen, in die internationale Raumfahrtindustrie vorzustoßen. Das rund 3.800 Quadratmeter große Komplex ist in der Nähe eines Militärflugplatz gelegen. Die vorhandenen Kapazitäten reichen aus, Satelliten zu testen, bis zu fünf Tonnen schwer seien, berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Durchgeführt werden sollen hier unter anderem Vibrationstests, Akustiktests und der Einsatz vo Solaranlagen. Auch die Produktion des ersten nativen türkischen Satelliten Turksat 6A, ein derzeit im Bau befindlicher türkischer Kommunikationssatellit, werde hier stattfinden.

Der Türksat-Vorsitzende Ensar Gul zeigte sich bereits Ende 2014 optimistisch, dass die Türkei binnen der kommenden fünf Jahre zu denjenigen Ländern gehören werde, die ihre eigenen Satelliten herstellten.

Die Türkei hat bereits drei Kommunikationssatelliten im Orbit. Insgesmat besitzt man fünf Satelliten. Bislang wurde auf diesem Gebiet allerdings auf Kooperationen gesetzt.  Nach der Türksat-I,-II und-III-Serie, die in den 1990er und 2000er Jahren ins Leben gerufen wurden, unterzeichnete Türksat einen Vertrag mit Mitsubishi für die TÜRKSAT-IV-Serie Kommunikationssatelliten, von denen der erste bereits Anfang 2014 in Umlaufbahn gebracht wurde. Dass die Türksat auch Ambitionen hat, seinen eigenen Satelliten zu entwickeln und zu bauen, ist bereits seit längerem bekannt.

Die Türkei setzt auf Satelliten-Aufträge von ausländischen Kunden. Doch das abschließen von Verträgen könnte auf dem hart umkämpften internationalen Markt alles andere als einfach werden. Die Tüsaş, die Turkish Aerospace Industries (TAI), wird die türkischen Satelliten entwickeln. Doch darüber hinaus ist man ein völliger Newcomer in diesem Geschäft. Dass die TAI ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten kann, wird in Industriekreisen bezweifelt.

Die Türkei plant bis zum Jahr 2020 16 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, die türkische Zeitung Hürriyet. Das Volumen beläuft sich auf rund zwei Milliarden US-Dollar.

Türkische Pläne für die Erkundung des Weltalls gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren. Schon 2001 verkündete die Regierung, schon „bald“ eine nationale Raumfahrtbehörde ins Leben zu rufen. Doch erst am 1. Oktober 2014, ganze 13 Jahre später, erklärte ein Kabinettsmitglied, dass der Gesetzesentwurf für die TSA kurz vor der Fertigstellung sei (mehr hier).

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