AKP-Kandidat dreht durch: „Türken von Izmir sind Ungläubige“

Ein islamistischer AKP-Abgeordneter schlägt verbal mit der Religions-Keule auf Mitbürger ein, um Stimmen für die anstehenden Wahlen zu sammeln. Er sagt, die Türken von Izmir seien „Ungläubige“. Sie würden „saufen“, feiern und „nackig“ rumlaufen. Der intolerante Mann verlangt im selben Atemzug Toleranz für seine politisch-religiösen Anhänger.

Der türkische AKP-Abgeordnete Cuma İçten hat die Einwohner der Stadt Izmir auf Twitter als Ungläubige umschrieben. „Die jungen Anhänger der CHP aus Izmir verstehen unter dem Wort Freiheit: Nackig rumlaufen, sich Besaufen und Partys bis in den Morgengrauen“, zitiert die Zeitung Cumhuriyet den islamistischen Politiker. Diese Lebensweise stehe im Gegensatz zur islamischen Kultur und der aktuelle Bürgermeister von Izmir habe das zu verantworten.

Die Stadt Izmir ist traditionell eine Hochburg der säkularen Kräfte. Nachdem İçten sich ausgiebig über das Privatleben anderer Menschen ausgelassen hat, bezichtigt er die Oppositions-Partei CHP der Intoleranz. Die Gegner der AKP würden die Lebensweise von religiösen Menschen nicht tolerieren, so der AKP-Abgeordnete.

Die Stadt Izmir wird von den islamisch-konservativen Kreisen und Islamisten in der Türkei traditionell als „Stadt der Ungläubigen“ umschrieben. Das liegt daran, weil die Türken an der Südküste sich mit ihrer Lebensweise traditionell von den politisch-religiös geprägten Türken aus Zentralanatolien oder dem Südosten der Türkei unterscheiden.

Kulturelle Unterschiede zwischen den Regionen eines Landes sind naturgegeben. Doch je stärker die AKP in der Türkei wird, desto deutlicher wird eines: Diejenigen, die uneingeschränkte Freiheiten und Toleranz für sich in Anspruch nehmen, sind im selben Maße intolerant gegenüber anderen Menschen und/oder Lebensweisen.

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