Parlamentswahlen in der Türkei: So hoch sind die Sicherheitsmaßnahmen am 7. Juni

Die Parlamentswahlen in der Türkei werden mit eine erheblichen Aufgebot an Sicherheitsbeamten einhergehen. Allein in Istanbul sollen am 7. Juni 40.000 Polizisten im Einsatz sein. In der türkischen Hauptstadt Ankara sind noch einmal 14.000 Beamte eingeplant.

Anlässlich der Parlamentswahlen 2015 wird in der Türkei ein Maximum an Sicherheitspersonal aufgefahren. Rund 56 Millionen türkische Staatsbürger sind aufgerufen, Anfang des kommenden Monats bei den 25. Parlamentswahlen abzustimmen und 550 Abgeordnete zu wählen. Geschehen soll das unter höchstmöglicher Sicherheit, heißt es hierzu von offzieller Seite.

Während des Wahltages seien alle Polizeikräfte des Landes im Einsatz, so das Innenministerium. Fast 40.000 Polizeikräfte würden in Istanbul im Einsatz sein, während 14.000 in der Hauptstadt Ankara präsent seien. Auch in Izmir würden 11.500 Polizisten und Gendarmen arbeiten, berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Beamten würden sowohl motorisiert als auch zu Fuß rund um die Wahllokale unterwegs sein. Es gelte, alle Arten von Zwischenfällen, die die Sicherheit der Wahlen gefährden könnten, zu vermeiden. Die Beamten seien befugt, falls nötig, entsprechende Leibesvisitationen durchzuführen. Niemandem, abgesehen von Polizisten, sei es gestattet, Waffen zu tragen. Falls erforderlich, würden außerdem Panzerwagen und Hubschrauber eingesetzt, um die Wahlurnen zu befördern.

Am Wahltag haben überdies alle öffentlichen Vergnügungszentren geschlossen. In der Öffentlichkeit dürfen bis zum Ende der Abstimmung keine alkoholischen Getränke serviert werden.

Wenige Tage vor den Parlamentswahlen hat ein Unbekannter in der südtürkischen Stadt Adana eine Kandidatin der Opposition niedergeschossen (mehr hier). Videoaufnahmen einer Überwachungskamera, die die Nachrichtenagentur DHA verbreitete, zeigen, wie ein Mann in der Eingangshalle eines Gebäudes auf Elif Dogan Türkmen zugeht und aus kurzer Distanz das Feuer eröffnet. Anschließend flieht der Täter. Türkmen tritt bei der Wahl am 7. Juni für die größte Oppositionspartei CHP an.

Türkmen sei in die Beine getroffen worden und außer Lebensgefahr, meldete DHA. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Vor rund einer Woche waren zwei Menschen bei Sprengstoffangriffen auf Büros der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP verletzt worden.

Am Dienstag starb der Bürgermeister der Bezirks Gürsu in der westtürkischen Stadt Bursa, Cüneyt Yildiz, so die dpa. Der Politiker der Regierungspartei AKP sei seinen Schusswunden erlegen, meldete DHA. Er war am vergangenen Mittwoch von einem Polizisten in den Kopf geschossen worden. Der Sender NTV meldete, dem Schuss sei ein Streit über eine Versetzung des Beamten vorangegangen.

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