«Hassprediger»-Urteil: Dieter Nuhr plant eigene Shownummer

Für den Kabarettisten Dieter Nuhr (54) könnte sich eine Niederlage vor Gericht doch noch lohnen. Er war am Stuttgarter Landgericht mit dem Versuch gescheitert, dem Osnabrücker Muslim Erhat Toka verbieten zu lassen, Nuhr im Internet wegen dessen Islam-Kritik als «Hassprediger» zu bezeichnen. Jetzt will er aus der Urteilsbegründung vielleicht sogar eine eigene Nummer machen.

Für den Kabarettisten Dieter Nuhr (54) könnte sich eine Niederlage vor Gericht doch noch lohnen. Er war am Stuttgarter Landgericht mit dem Versuch gescheitert, dem Osnabrücker Muslim Erhat Toka verbieten zu lassen, Nuhr im Internet wegen dessen Islam-Kritik als «Hassprediger» zu bezeichnen. «Vielleicht mache ich eine schöne Nummer aus der Urteilsbegründung. Dann hätte sich das Ganze nicht nur ideell, sondern auch finanziell gelohnt», sagte Nuhr («Nuhr im Ersten») dem «Münchner Merkur» (Donnerstag).

Das Gericht hatte entschieden, die Bezeichnung «Hassprediger» sei durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Recht werde im Namen des Volkes gesprochen, so Nuhr. «Und wenn ich die Reaktionen der Leute auf das Urteil richtig deute, dann scheint das hier verfehlt worden zu sein.»

Nicht mehr verwenden darf Toka laut Gericht eine Montage, bei der er ein Porträtfoto von Nuhr in ein Stoppschild montierte. Das wertet Nuhr als Erfolg: «Mein Ziel ist es, radikale Wirrköpfe, die ihre kruden Ideen unter Verwendung meiner Popularität verbreiten wollen, durch monetäre Abschreckung an weiteren Aktivitäten zu hindern. Dieses Ziel habe ich erreicht.» Generell sehe er die Sache gelassen: «Wenn ich mich über jede unangemessene Behandlung meiner Person oder meiner Arbeit aufregen würde, hätte ich längst Herzprobleme.»

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