Startschuss 2018: Neue türkische Metro fährt führerlos

Bereits in wenigen Jahren wird die türkische Metropole Istanbul zu jenen Städten gehören, die im öffentlichen Nahverkehr auf führerloses Fahren setzen. Die neue U-Bahnlinie auf seinem europäischen Seite der Stadt soll fahrerlose Züge bekommen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2018 geplant.

Bereits in Kürze wird Istanbul in Sachen Metro-Technik an internationale Metropolen anknüpfen. (Foto: Flickr/ Speed test by Tuncay CC BY 2.0)

Bereits in Kürze wird Istanbul in Sachen Metro-Technik an internationale Metropolen anknüpfen. (Foto: Flickr/ Speed test by Tuncay CC BY 2.0)

Die neue U-Bahnlinie soll Mahmutbey, eine Geschäftsviertel auf der europäischen Seite, mit Kabatas verbinden. Zum Einsatz sollen hier automatisierte Führerwagen kommen. Derzeit wird von einer Eröffnung im Jahr 2018 ausgegangen.

Die fahrerlosen Züge können eine Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erreichen. Gesteuert werden sie von einer Kommandozentrale, die alle 22 Stationen auf der 25 Kilometer langen Linie überblicken kann. Das berichtet die türkische Zeitung Sabah.

Die weltweit längste fahrerlose Bahnstrecke befindet sich derzeit in Dubai und umfasst gute 80 Kilometer. Fahrerloser Bahnlinien sind schon jetzt in vielen Ländern üblich. Dennoch ist in einigen Staaten nach wie vor ein Fahrer mit an Boardaus Angst vor möglichen Fehlern im System.

Die Bauarbeiten an der Strecke Mahmutbey-Kabataş beganngen bereits in der vergangenen Woche. Ebenfalls im Bau befindet sich eine Linie von Kabataş nach Mecidiyeköy, die später bis Mahmutbey erweitert werden solle. Die neue Linie soll die Reisezeiten zwischen den Stadtteilen künftig deutlich verringern. So werde sich eine Fahrt von Mahmutbey nach Mecidiyeköy in Zukunft auf 26 Minuten verringern. Vormals mussten hierfür fast zwei Stunden mit dem Auto veranschlagt werden.

Die erste führerlose U-Bahn Deutschlands entstand vor einigen Jahren in Nürnberg. Neu ist das allerdings schon lange nicht mehr. Seit mehr als 25 Jahren verkehren in Europa fahrerlose U-Bahnen, etwa in Lille, Toulouse, London und seit 2006 auch in Turin. Sicherheit für die Fahrgäste geben dabei eine ganze Reihe technischer Vorkehrungen.

„In den Bahnhöfen sorgt eine Hinderniserkennung im Gleisbett dafür, dass die U-Bahn rechtzeitig zum Stehen kommt, falls jemand aufs Gleis gestürzt ist. Speziell ausgestattete Türen sollen auch verhindern, dass Fahrgäste oder Gegenstände beim automatischen Schließen eingeklemmt werden. Sperrklappen an den Bahnsteig-Enden verhindern zudem, dass Unbefugte in den Tunnel gelangen können. Sollte dies doch der Fall sein, lösen Sensoren sofort Alarm aus“, so der BR am Beispiel Nürnberg.

Deutschlands größte U-Bahn in Berlin fährt dennoch weiter mit Fahrern, so das Magazin Impulse. “Es ist wahnsinnig teuer”, zitiert das Blatt Petra Reetz, die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe, bei denen vor bald 20 Jahren mal ein Test lief. In den meist 100 Jahre alten Tunneln wären gewaltige Umbauten erforderlich, sagt Reetz, zudem leide ohne Fahrer das Sicherheitsgefühl der Kunden. “Der Faktor Mensch muss bleiben.”

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