Türkei: Gericht verurteilt Vergewaltiger zu 38 Jahren Haft

Ein türkisches Strafgericht hat einen Mann zu einer Haftstrafe von 38 Jahren verurteilt. Der 32-Jährige hatte zuvor im Rauschzustand versucht, seine Verlobte zu vergewaltigen.

Die türkische Justiz greift gegen Sexualstraftäter durch. (Foto: The_Puppeteer/flickr)

Die türkische Justiz greift gegen Sexualstraftäter durch. (Foto: The_Puppeteer/flickr)

Ein türkisches Gericht hat vergangene Woche den 32-jährigen Gültekin G. aus der Stadt Adana zu einer Haftstrafe von 38 Jahren verurteilt. Der Verurteilte hatte sich zuvor einer versuchten Vergewaltigung und Nötigung in Verbindung mit Hausfriedensbruch schuldig gemacht. Das Opfer des Mannes war seine Verlobte.

Die Zeitung Milliyet zitiert die Verlobte des potentiellen Vergewaltigers: „Er ist in unser Haus eingedrungen und hat meine Mutter bedroht und gefesselt. Anschließend hat er mich in mein Zimmer gezerrt und von mir verlangt, dass ich mich entblößen soll. Das habe ich getan. Anschließend hat er sich auch ausgezogen und hat auf mich eingeschlagen, mich auf den Boden gelegt und sich anschließend auf mich gedrängt. Ich konnte noch nach meiner CS-Gas-Kapsel greifen und habe ihn damit unschädlich machen können. In der Zwischenzeit konnte sich meine Mutter entfesseln und die Tür zu meinem Zimmer einschlagen. Sie schlug mit Töpfen auf ihn ein. Er wurde bewusstlos und später kam die Polizei hinzu, um ihn festzunehmen.“

Der Täter sagte während des Prozesses aus, dass er sich an nichts erinnern könne. Schließlich sei er stark alkoholisiert gewesen. Gültekin G. wollte offenbar seinen Rauschzustand als Rechtfertigungsgrund anbringen.

Die Opferanwältin Ebru Çatıkkaş sagte, dass der Urteilsspruch eine wichtige abschreckende Wirkung haben wird. „Dank dieses Urteils sind wir nun umso mehr motiviert, gegen Gewalttäter vorzugehen und für die Frauen einzustehen“, so die Anwältin.

Die türkische Justiz ist in den vergangenen Jahren mit besonders harten Strafen gegen Sexualstraftäter und Pädophile aufgefallen. Anfang wurde ein Mann wegen sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Davor erhielt ein Lehrer eine 24-jährige Haftstrafe, weil er seine Schüler sexuell belästigt haben soll.

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