Schwere Ausschreitungen zwischen Kurden in der Türkei

Im Südosten der Türkei ist es am Freitag zu schweren Ausschreitungen zwischen türkisch-kurdischen Gruppen gekommen. Bei bewaffneten Zusammenstößen in der Region Şırnak haben kurdische Anhänger der Partei HDP zwei Kurden aus dem religiösen Lager getötet. Auch in Diyarbakır kam es zu Zusammenstößen.

Der HDP-Chef Selahattin Demirtaş (li.) hat seine Anhänger nicht mehr unter Kontrolle. (Screenshot)

Der HDP-Chef Selahattin Demirtaş (li.) hat seine Anhänger nicht mehr unter Kontrolle. (Screenshot)

In der südostanatolischen Stadt Şırnak haben am Freitag Anhänger der kurdisch-nationalistischen HDP zwei kurdische Dorfbewohner mit Schusswaffen getötet. Zuvor war es zum Streit zwischen den Bewohnern des Dorfs Idil und den HDP-Unterstützern gekommen, weil die Bürger die HDP-Unterstützer nicht in das Dorf lassen wollten, berichtet die Zeitung Hürriyet. Die Dorfbewohner gehören mehrheitlich der kurdisch-islamischen Partei Hüdapar an.

In der Stadt Diyarbakır ist es ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen beiden Gruppen gekommen. Während die Anhänger der HDP einen Konvoi der Hüdapar-Anhänger mit Steinen bewarfen, sollen diese „Nieder mit der PKK“ skandiert haben. Allerdings gab es weder Tote noch Verletzte. Die örtliche Gendarmerie hat Vorkehrungen getroffen, um die Gruppen voneinander fernzuhalten.

Im äußersten Südosten der Türkei unterteilt sich die kurdischstämmige Bevölkerung in eine religiöse und eine kurdisch-nationalistische Wählerschaft. Beide Seiten sind aus politischen und religiösen Gründen verfeindet. Die Anhänger von Hüdapar gelten als entschiedene Gegner der Terror-Organisation PKK. Die HDP hingegen wird als politischer Arm der PKK angesehen.

Die kurdisch-islamische Partei gilt als politische Nachfolgeorganisation der bewaffneten Islamisten-Miliz Hisbollah. Eine Verbindung zur schiitischen Hisbollah liegt nicht vor.

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