«Cumhuriyet»: Ermittlungen wegen kritischem Bildmaterial

Die türkische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die regierungskritische Tageszeitung «Cumhuriyet» eingeleitet. Es werde unter anderem wegen Terrorporpaganda und Spionage ermittelt, erklärte die Istanbuler Staatsanwaltschaft am Freitag. Die Bilder von «Cumhuriyet» sollen nun belegen, dass unter Medikamenten Tausende Geschosse und Patronen versteckt waren.

Die Zeitung «Hürriyet» schrieb, Grund sei die Veröffentlichung von Bildmaterial über eine angebliche Waffenlieferung für Extremisten nach Syrien.

Die Foto- und Videoaufnahmen dokumentieren laut «Cumhuriyet» eine Lastwagenkontrolle in der Grenzprovinz Adana, die in der Türkei im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt hatte, so die dpa.

Die Aufnahmen stammen nach Angaben der Zeitung aus dem Dossier der Staatsanwaltschaft von Adana. Die Staatsanwaltschaft hatte im Januar 2014 nach Medienberichten eine Durchsuchung des Lastwagens angeordnet, weil sie darin Munition und Waffen vermutete. Der damalige Gouverneur Hüseyi Avni Cos ließ den Lastwagen jedoch weiterfahren. Was bei der Kontrolle gefunden wurde, gelangte zunächst nicht an die Öffentlichkeit. Die Behörden verhängten eine Nachrichtensperre.

Die Bilder von «Cumhuriyet» sollen nun belegen, dass unter Medikamenten Tausende Geschosse und Patronen versteckt waren. Nach Darstellung der türkischen Regierung handelte es sich bei der Lieferung dagegen um Hilfsgüter für Türkmenen. Kritiker werfen der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP vor, Waffen an syrische Extremisten zu liefern.

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