Tugend-Terror in Belgien: Christdemokraten werfen „Türkin“ aus Partei

In Belgien haben die Christdemokraten der CDH ein erfolgreiches türkischstämmiges Mitglied aus der Partei ausgeschlossen. Sie hatte einem Beschluss zur „Anerkennung des armenischen Genozids“ ihre Zustimmung verweigert. Doch hinter dem Ausschluss steckt offenbar ein anderer Vorsatz. Das Parteimitglied trägt ein Kopftuch und der neue CDH-Chef sieht das nicht gerne.

Der Vorstand der belgischen Partei Demokratisch Humanistischer Zentrum (CDH) hat das CDH-Mitglied Mahinur Özdemir aus der Partei ausgeschlossen. Als offiziellen Grund gibt die christdemokratische CDH in einer Mitteilung an, dass Özdemir einen Beschluss zur „Anerkennung des armenischen Genozids“ nicht mittragen wollte.

Die Haltung der türkisch-belgischen Politikerin sei nicht im Einklang mit den Werten des CDH. Doch das Armenier-Argument dient dem CDH offenbar nur als Vorwand. Denn Özdemir trägt ein Kopftuch und das gefällt dem französischsprachig-wallonischen CDH-Chef Benoît Lutgen nicht. Dieser Wallone soll schon in der Vergangenheit sein Unmut über eine muslimische Dame in der Partei kundgetan haben. Die Zeitung Takvim zitiert Özdemir: „Benoît Lutgen ist erst seit zwei Jahren Partei-Chef. Ich bin diejenige, die bei den vergangenen Wahlen die fünftmeisten Stimmen für unsere Partei eingeholt hatte. Trotzdem hat Lutgen sich geweigert, mir eine meinem Erfolg entsprechende Position zu geben. Meinen Antrag auf die Vorstandsposition der Partei-Kommission hat er zurückgewiesen. Ich weiß, dass Lutgen mich aufgrund meines Kopftuchs nicht besonders mag. Der Beschluss zum Partei-Ausschluss war schon längst beschlossene Sache. Sie haben nur nach einem Grund gesucht. Die Armenier-Debatte war ein derartig willkommener Anlass, um mich zu entfernen.“

Der britische Historiker Norman Stone sagte der Nachrichtenagentur Anadolu, dass der Ausschluss demokratischen Normen nicht entspreche und inakzeptabel sei. Stone zufolge sei dies das Ergebnis der Bemühungen armenischer Organisationen aus den USA.

Dieser Vorstoß des CDH ist kein gesondertes Belgien-Problem. Auch künftig werden in Deutschland und weiteren mittel- und westeuropäischen Staaten notorische Türken-Feinde und Islam-Gegner die Genozid-Debatte ausnutzen, um sich unliebsamer europäisch-türkischer Politiker zu entledigen und Existenzen zu zerstören – zunächst nur politisch und finanziell. Die Genozid-Debatte wird ganz bewusst gegen eine ethnische Minderheit in Mittel- und Westeuropa eingesetzt, damit sich diese dem Schicksal, welches von den europäischen Eliten für sie ausgearbeitet wurde, unterwerfen. Es dient als „Mittel zur kollektiven Züchtigung“. Das ist zumindest der Eindruck der bei den europäisch-türkischen Minderheiten herrscht. Unverständlich bleibt für viele dieser Menschen, warum sie ständigen Angriffen ausgesetzt sind, obwohl sie keinen Anlass für derartige Aggressionen liefern. Der unberechtigte und nicht nachgewiesene Genozid-Vorwurf gegen die Türken wird in Deutschland sehr gerne erhoben, weil dieses Land immer noch nach einen „criminal brother“ sucht, um sich von der eigenen Vergangenheit reinzuwaschen.

Allerdings sollten die Betroffenen nicht den Mut verlieren und standhaft bleiben. Denn der schrittweise gesellschaftliche Ausschluss in Verbindung mit massiven Attacken seitens der Eliten und ihren niederen Anhängern im Volk bietet – leider nur noch – die Chance, eine ethnisch-demokratische Bewegung in Gang zu setzen. Zumindest wird jene Minderheit in diese Bahn gedrängt.

Von der Politik ausgeschlossene europäisch-türkische oder deutsch-türkische Politiker können ihre Kräfte im Rahmen einer ethnischen Partei bündeln. Demokratie heißt Partizipation und diese Partizipation wird nicht gelingen, wenn sich Politiker mit türkischem Hintergrund durchgehend maskierten oder offenen Türken-Hassern und ihren abartigen Wünschen und Gedanken unterwerfen müssen, um ihre finanzielle Existenz zu sichern.

Politik-Interessenten und Demokraten, die der belgischen Partei CDH ihre Meinung zum Ausschluss von Mahinur Özdemir mitteilen möchten, können dies über das CDH-Kontaktformular tun – mehr hier. Die Mitteilung kann auf Deutsch zugesendet werden, da das CDH-Büro französisch- und deutschsprachige Mitarbeiter hat.

Zudem bietet sich die Möglichkeit, den CDH-Chef Benoît Lutgen direkt anzuschreiben und ihn um weitere Informationen zum Partei-Ausschluss von Özdemir zu bitten:

Benoît LUTGEN – Rue de Neufchâteau, 178 – 6600 BASTOGNE – Tél.: 061 24 09 00 ou 061 24 09 33 – email: bourgmestre@bastogne.be

Ein Video mit Mahinur Özdemir:

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