Jugendamt brachte Minderjährige bei Pädophilen unter

Die Berliner Jugendverwaltung hat in den 80er Jahren drei Minderjährige in die Obhut von Pädophilen gegeben. Besonders anstößig ist: Die Minderjährigen waren Versuchsobjekte. Die Berliner Bürokraten wollten sehen, ob die Kinderschänder befähigt sind, Minderjährige zu erziehen.

In 80 Prozent der Fälle von Kindesmissbrauch stammen die Täter aus dem direkten Umfeld der Opfer. (Foto: Flickr/dierk schaefer /The vitreous cage of violence/CC BY 2.0)

In 80 Prozent der Fälle von Kindesmissbrauch stammen die Täter aus dem direkten Umfeld der Opfer. (Foto: Flickr/dierk schaefer
/The vitreous cage of violence/CC BY 2.0)

Die Berliner Jugendverwaltung soll in den 80er Jahren in mindestens drei Fällen Minderjährige ganz bewusst bei Pädosexuellen untergebracht haben. Diese Vorgänge sind als besonders grausam einzustufen, weil es sich dabei um offizielle „Experimente“ des Berliner Senats handelte.

Die Berliner Morgenpost am Sonntag berichtet: „Mit Unterstützung der damaligen Jugendverwaltung habe man sie in die Hände von pädophilen Männern gegeben, die nach ihrer Inhaftierung wegen sexuellen Missbrauchs als Hausmeister in Berlin arbeiteten. Dabei habe es sich nicht um ein Versehen gehandelt, sondern das Vorgehen sei Teil eines erzieherischen Experiments gewesen.“

Zum Experiment hatte der sogenannte Sexualwissenschaftler Helmut Kentler im Jahr 1988 vom Senat den Auftrag erhalten, ein Gutachten zu erstellen. Es ging um die Eignung „Homosexueller als Pflegeeltern“.

Ein Sprecher der Berliner Verwaltung gibt nun zu: „Da ist Jugendlichen offenbar im staatlichen Auftrag Unrecht geschehen“. Doch unklar bleibt, wie hoch die Dunkelziffer ist und inwieweit derartige Experimente mit Kindern und Jugendlichen von den Jugendämtern und Jugendverwaltungen im gesamten Bundesgebiet durchgeführt wurden.

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