„Vater des Vaterlandes“: Erdoğan hält Rede vor zwei Millionen Menschen

Etwa zwei Millionen Menschen haben einer Kundgebung zum 562. Jahrestag der Eroberung Istanbuls beigewohnt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hielt vor der Menge eine Rede, bei der er die größtenteils jungen Menschen auf eine starke Türkei einschwor. „Wo immer auf der Welt Unrecht herrscht, müssen wir uns diesem Unrecht entgegenstellen“, so der Präsident.

Recep Tayyip Erdoğan hat es von den Vorstadt-Ghettos Istanbuls bis an die Spitze des Staats geschafft. (Screenshot)

Recep Tayyip Erdoğan hat es von den Vorstadt-Ghettos Istanbuls bis an die Spitze des Staats geschafft. (Screenshot)

Anlässlich des Jahrestags zur Eroberung Istanbuls hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor einem Publikum von etwa zwei Millionen Menschen eine Rede gehalten. Nach verschiedenen Medienberichten soll sich die Menge aus mehrheitlich jungen Menschen zusammengesetzt haben. Die Veranstaltung fand auf dem „Yenikapı Meydan“ statt, berichtet die Zeitung Milliyet.

Erdoğan sagte im Rahmen seiner Rede, dass der Aufstieg der Türkei im Ausland teilweise mit Argwohn beäugt werde. NTV zitiert den türkischen Präsidenten: „Der Sieg ist keine Angelegenheit der Ängstlichen. Die Türkei muss stark sein. Wir müssen stark sein, um den Unterdrückten in dieser Welt unsere Hand reichen zu können. Wo immer Unrecht herrscht, müssen wir uns diesem Unrecht entgegenstellen. In Syrien, Ägypten, Palästina und im Irak verfahren mit diesem Vorsatz. Während wir hart arbeiten, ruhen sich natürlich unsere Gegner nicht auf ihren Lorbeeren aus. Sie nutzen jede Gelegenheit, um uns zu sabotieren. Vergisst nicht: Sollte eure Standhaftigkeit eingehen und die Angst eure Seelen befallen, so wisset, dass der Sieg euch von seinen Schultern auf den Boden schmettern wird. Deshalb gilt für uns: Wir müssen standhaft bleiben und durchhalten.“

Premierminister Ahmet Davutoğlu hielt ebenfalls eine Rede. Die Zeitung Sabah zitiert den Premier: „Wir versprechen euch, dass die Stadt Istanbul erneut zu einem globalen Machtzentrum emporsteigen wird. Doch jemand versucht dies zu verhindern und unseren Willen zu brechen. Der Staat findet zu neuer Stärke. Wir werden unsere heimische Rüstungsindustrie, unsere Agrarwirtschaft und unseren Luftfahrsektor weiter ausbauen. Diesen Weg beschreiten wir nicht als eine Partei, sondern um unserem Staat zu dienen und ihn zu erhöhen. Wir verzehren und im Dienste für unseren Staat.“

Internationale Medien haben in den vergangenen Jahren durchgehend darüber berichtet, dass in der Geschichte der türkischen Republik Erdoğan nach dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk als zweitmächtigster Mann einzustufen ist. Wobei der Vergleich falsch ist. Während Atatürk ein besonders fähiger und weltweit anerkannter Soldat und Staatsmann gewesen ist, ist Erdoğan zumindest ein erfolgreicher Karriere-Politiker, der die Türkei seit dem Jahr 2002 nachhaltig geprägt hat. Doch es bleibt strittig, ob er das Volk geeint hat.

 

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