Deutschland beschäftigt sich mit Erdoğan, ignoriert Morde an Türken

Am 29. Mai jährte sich der Brandanschlag von Solingen. Bei dem Anschlag wurden fünf türkischstämmige Frauen und Kinder ermordet. Die Demokratie-Apostel von CDU, SPD und Grünen, die sich in der Öffentlichkeit an ihren aggressiven rhetorischen Attacken gegen die Türkei oder gegen den Islam ergötzen, bleiben stumm. Sie spielen die drei Affen: Sie sehen, hören und reden nicht.

"93/13": Ein Film zum Gedenktag der Opfer vom Brandschlag in Solingen 1993. (Foto: Elvert Barnes/flickr)

„93/13“: Ein Film zum Gedenktag der Opfer vom Brandschlag in Solingen 1993. (Foto: Elvert Barnes/flickr)

Der 22. Jahrestag des rechten Brandanschlags auf ein von Türken bewohntes Wohnhaus wurde von der Bundesregierung, den Landesregierungen und nahezu allen Parteien in Deutschland geschickt übersehen. Sie alle haben drei Tage Zeit gehabt, um sich zu äußern. Vor einem Jahr veröffentlichte die Bürgerinitiative solingen83.org eine Mitteilung, die in diesem Zusammenhang ihre Aktualität nicht verloren hat:

„Sie geschahen in einem rassistisch aufgeheizten Klima. Konservative und äußerst rechte Kreise hatten mit Unterstützung vor allem der CDU und Zustimmung von SPD und FDP eine Hetzkampagne gegen Flüchtlinge geführt. U.a. wurden damit Mehrheiten für die fast vollständige Aushöhlung des Grundrechts auf Asyl erzeugt. Diese Politik der Stimmungsmache gegen Minderheiten ist bis heute nicht beendet, sondern sie wird in Wellen immer wieder durchgeführt. Die Medienkampagne gegen MigrantInnen anlässlich der rassistischen Thesen von Thilo Sarrazin sowie die mit der Hetze gegen Roma erneut angeheizte Debatte um die weitere Verschärfung der Bedingungen für Flüchtlinge bestätigen dies.“

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern war der Brandanschlag auch dieses Jahr kein Thema. Auf der Agenda stehen schließlich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und die Gezi-Park-Proteste. Da stören Morde an Minderheiten im eigenen Land.

Der Dokumentarfilm 93/13 zum Anschlag von Solingen – hier.

Die Namensliste der Ermordeten:

– Gürsün Ince, 28 Jahre alt

– Hatice Genç, 18 Jahre alt

– Gülüstan Öztürk, 12 Jahre alt

– Hülya Genç, 9 Jahre alt

– Saime Genç, 4 Jahre alt

Erhoben und geheiligt, sein großer Name, in der Welt, die er erneuern wird. Er belebt die Toten, und führt sie empor zu ewigem Leben.

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