An Muslimen in Myanmar findet ein Völkermord statt

Zahlreiche Muslime feiern in der Nacht von Montag auf Dienstag die Nacht der Vergebung (Türkisch: Berat Kandili). Währenddessen werden die Muslime in Myanmar Opfer eines Völkermords, der von Europa übersehen wird.

Rohingya-Muslime in Myanmar werden von radikalen Buddhisten verfolgt und ermordet. (Screenshot via Youtube).

Rohingya-Muslime in Myanmar werden von radikalen Buddhisten verfolgt und ermordet. (Screenshot via Youtube).

In der Nacht von Montag auf Dienstag feiern die Muslime in aller Welt die Nacht der Vergebung (Türkisch: Berat Kandili). Die Gläubigen können in dieser Nacht für vergangene Sünden um Vergebung bitten. Nach islamischem Glauben öffnen sich die Tore zum Himmel und alle Gebete, die aus einem reinen Herzen kommen werden empfangen.

Allerdings gibt es am anderen Ende der Welt, nämlich in Myanmar, Muslime, die mit einem schrecklichen Schicksal zu kämpfen haben. Die Zeit berichtet, dass dort ein schleichender Völkermord an den Muslimen stattfindet. Sie werden von radikalen Buddhisten verfolgt.

Insgesamt 54 Millionen Menschen leben in Myanmar, wovon 3,6 Prozent dem islamischen Glauben angehören. Der restliche überwiegende Teil setzt sich aus Buddhisten zusammen.

Die Muslime Myanmars – insbesondere die Rohingya Muslime – sind in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu Opfern von Pogromen und Massakern geworden. Einer von ihnen, dem die Flucht aus dem Land gelang, heißt Jani Alam. Er sagte der Zeitung Neues Deutschland:

„Eine große Rolle bei der Aufstachelung der buddhistischen Bevölkerung haben buddhistische Mönche gespielt. Buddhisten, bewaffnet mit Pfeilen, Macheten und Knüppeln, kamen in unser Dorf und zerstörten alles. Die NASAKA, die Grenzpolizei von Arakan, die alles mit angesehen hatte, begann, auf uns zu schießen, als wir die Feuer zu löschen versuchten. Meine Eltern erlagen ihren Schusswunden nach drei Tagen“.

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), berichtete schon 2012, dass insbesondere die Regierung von Myanmar auf eine militärische Lösung ethnischer Fragen setze. „Die Rohingya sind verachtet und verhasst. Selbst weite Teile des demokratisch gesinnten Birma beteiligten sich während des blutigen Konflikts im Juni an der Hetze gegen schätzungsweise 800.000 Rohingya“, stellte die GEP fest.

Von der UN werden die Rohingya-Muslime als „die am meisten Verfolgte Minderheit der Welt“ eingestuft. Die Verfolgung reicht von Zwangsarbeit über systematische Dezimierung der Einwohnerzahl bis hin zu illegalen Tötungen und Konfiszierung von Eigentum. Zudem wird ihnen die Staatsbürgerschaft verweigert (mehr hier)

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