Niederlage für Abercrombie & Fitch: Muslimin bekommt im Kopftuchstreit gegen Modekette Recht

Weil ein Kopftuch sich nicht mit der Kleiderordnung der Marke vertrüge, hat eine Modekette in den USA die Bewerbung einer jungen Muslima abgelehnt. Diese verklagte das Unternehmen wegen Diskriminierung. Sieben Jahre später bekommt sie nun Recht, obschon sie das Unternehmen zuvor nicht darüber informiert hatte, dass sie eine Ausnahme vom herrschenden Kopfbedeckungsverbot benötige.

Im Kopftuchstreit mit einer US-Modekette hat eine Muslimin vom Obersten Gerichtshof der USA Recht bekommen. Das Unternehmen Abercrombie & Fitch in Tulsa (Bundesstaat Oklahoma) habe ungesetzlich gehandelt, urteilte der Supreme Court am Montag in Washington. Die Firma hatte eine Bewerbung der Frau 2008 als Verkäuferin abgelehnt, weil sich ihr Kopftuch nicht mit der Kleiderordnung der Marke vertrüge. Das Bürgerrechtsgesetz von 1964 verbiete es, die Frau wegen ihrer Religion zu diskriminieren, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Das Unternehmen hatte seinerzeit strenge Vorschriften für seine Mitarbeiter, deren Stil und Erscheinungsbild zum Image der Läden passen sollen, so die dpa. Die damals 17-Jährige hatte zunächst erfolgreich wegen Diskriminierung geklagt. Das Urteil der ersten Instanz wurde aber in der Berufung gekippt, weil die Muslimin die Kette nicht darüber informiert habe, dass sie aus religiösen Gründen eine Ausnahme vom Kopfbedeckungsverbot brauche. Der Supreme Court wies diese Begründung zurück. Der Schutz vor Diskriminierung sei nicht an solche Bedingungen geknüpft.

Bereits 2013 hatte Abercrombie & Fitch nach der Niederlage in einem anderen Hijab-Streit der Bewerberin eine Ausgleichssumme gezahlt und seine Kleidervorschriften gelockert.

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