Keine Cola-Dose für Muslima: Boykottaufrufe gegen United Airlines

In den USA sorgt ein Fall von Diskriminierung für heftige Diskussionen im Internet. Eine Muslima wollte auf einem United Airlines-Flug eine ungeöffnete Dose Cola. Die harmlose Bitte wurde ihr verwehrt - die Situation eskalierte. Die User sind empört und rufen zum Boykott des Unternehmens auf.

Die US-Fluggesellschaft United Airlines steht in der Kritik, weil ein Flugbegleiter einer Muslima auf einem Inlandsflug eine Dose Cola verweigert haben soll. Die junge Frau hatte am Wochenende aus hygienischen Gründen eine ungeöffnete Dose verlangt und diese nicht bekommen – mit dem Hinweis, sie könnte sie als Waffe einsetzen, wie der Sender CNN am Montag berichtete. Ihr Sitznachbar habe jedoch eine geschlossene Bierdose bekommen, beschrieb die Frau die Situation auf Twitter.

Als Tahera Ahmad der Flugbegleiterin darauf hin Diskriminierung vorwarf, geriet die Situation aus den Fugen. Hilfe konnte die junge Frau offenbar auch von ihren Mitreisenden nicht erwarten. Einer der Fluggäste trieb es besonders wild. Er schimpft: „Du Muslimin hältst verdammt nochmal die Schnauze.“ „Wie bitte?“, so Ahmad ungläubig.“ Hasserfüllt erwidert dieser: „Du weißt doch selbst, dass du die Dose als Waffe benutzen willst. Also halt verdammt noch mal die Schnauze!“, berichtet CNN. Der Rest der Passagiere sei stumm geblieben.

Die 31-Jährige arbeitet als Kaplanin für interkonfessionellen Dialog an der Northwestern University in Chicago und trägt in der Öffentlichkeit ein Kopftuch. Sie war gerade unterwegs zu einer Konferenz zur Förderung interkultureller Kommunikation zwischen israelischen und palästinensischen Jugendlichen.

Nachdem der Vorfall auf Twitter bekannt wurde, werden nun Boykottaufrufe gegen die Airline laut. Die User diskutieren die Situation unter dem Hashtag #unitedfortahera.

United Airlines sprach Medienberichten zufolge in einer Mitteilung von einem «Missverständnis», was die Wissenschaftlerin als «Trivialisierung» des Vorfalls ablehnt, so die dpa.

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