Täter unbekannt: Attacken auf HDP-Fahrzeuge fordern ein Todesopfer

Im Osten der Türkei wurden bei zwei Zwischenfällen Fahrzeuge der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP angegriffen. Im Zuge einer Attacke kam der Fahrer ums Leben, eine weitere Person wurde verletzt. Die polizeilichen Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Der türkische Wahlkampf hat nun auch ein Todesopfer zu beklagen. Am Mittwoch und am Donnerstag waren im Osten des Landes zwei Fahrzeuge der HDP angegriffen worden. Ein Fahrer überlebte den Angriff nicht.

Ein Minibus-Fahrer erlitt an diesem Donnerstag schwere Verbrennungen, als ein Mob sein Fahrzeug, das mit einem HDP-Plakat versehen war,  angriff und in Brand steckte. Das teilte die Polizei in der östlichen Provinz Erzurum mit. Nach Angaben der Polizei, war der Kleinbus zu einer HDP-Wahlveranstaltung in der Provinz unterwegs, als eine Gruppe von unbekannten Angreifern das Fahrzeug mit Steinen bewarf. In der Folge verlor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug und fuhr gegen einen Masten.

Der Mob ließ allerdings nicht von dem Fahrzeug ab, selbst als die Polizei eingriffen hätte, so die türkische Zeitung Sabah. Ein Polizist habe bei dem Vorfall Kopfverletzungen erlitten. Schießlich sei das Fahrzeug in Brand gesteckt worden, als es die Polizei gerade abschleppen wollte.Der verletzte Fahrer wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus in Erzurum gebracht.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich bereits am späten Mittwochabend. Dabei wurde in der östlichen Provinz Bingöl ebenfalls ein HDP-Fahrzeug angegriffen. Als unbekannte Täter das Feuer eröffneten, wurde dabei der Fahrer, Hamdullah Ö., getötet.

In beiden Fällen sind die polizeilichen Ermittlungen in vollem Gange.

Die HDP tritt 2015 zum ersten Mal bei einer allgemeinen Wahl an und will die 10-Prozent-Hürde schaffen, um ins Parlament zu kommen. In Deutschland sprechen sich derzeit die Grünen sowie die Linken für die HDP aus (mehr hier).

Etwa 56 Millionen türkische Staatsbürger sind berechtigt, bei den 25. Parlamentswahlen des Landes ihre Stimme abzugeben, um 550 Abgeordnete zu wählen.

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