Festnahme in Istanbul: Ex-Polizist soll Mord an Hrant Dink organisiert haben

In der Türkei laufen Ermittlungen gegen den ehemaligen Chef der Geheimpolizei von Istanbul, Ali Fuat Yilmazer. Er soll eine maßgebliche Rolle bei der Planung und Ausführung des Mordes an dem türkisch-armenischen Journalisten gespielt haben. Sollte er verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange schwere Haftstrafe.

Dink hatte die erste und einzige türkisch-armenische Zeitung in der Türkei 1996 mit Freunden gegründet. (Foto: Flickr/ DSC01419 by chiaracomeluna CC BY 2.0)

Dink hatte die erste und einzige türkisch-armenische Zeitung in der Türkei 1996 mit Freunden gegründet. (Foto: Flickr/ DSC01419 by chiaracomeluna CC BY 2.0)

Der frühere Chef der Istanbuler Geheimpolizei, Ali Fuat Yilmazer, wurde Ende Mai im Zusammenhang mit der Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink festgenommen. Trotz mehrerer Todesdrohungen soll er sich geweigert haben, Dink einen Personenschutz zur Seite zu stellen, berichtet die Zeitung Hürriyet.

Yilmazer soll in diesem Zusammenhang vorsätzlich gehandelt haben, um den Mord an Dink herbeizuführen. Der Ex-Polizist hatte innerhalb der Geheimpolizei eine selbstständige inoffizielle Gruppe mit dem Namen C-5 gegründet, die an zahlreichen Provokationen beteiligt gewesen sein soll.

Der Journalist Hrant Dink, der sich Zeit seines Lebens für eine direkte Verständigung zwischen Türken und Armeniern unter Ausschluß der EU und der USA eingesetzt hatte, wurde im Jahr 2007 von einem minderjährigen Rechtsextremisten erschossen. Der Mörder Ogün Samast erhielt eine Haftstrafe von 22 Jahren.

Während in der Türkei straffällige Polizei-Beamte von den Staatsanwaltschaften ohne Hindernisse verfolgt werden können, ist das in Deutschland leider anders. Als Bestrafung dient in Deutschland im Regelfall ein erzwungener Rücktritt.

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