Über drei Millionen sind weg: Deutschland eines der Hauptherkunftsländer für Auswanderer

Deutschland ist aktuell nicht nur das zweitgrößte Einwanderungsland innerhalb der OECD. Die Bundesrepublik ist außerdem das fünftgrößte Auswanderungsland unter den OECD-Ländern. 2011 lebten rund 3,4 Millionen Deutsche in der Ferne. Die meisten gehen, weil sie im Ausland auf bessere Karrierechancen hoffen.

Mit 140.000 Emigranten ist die jährliche Auswanderung aus Deutschland in jüngster Zeit auf hohem Niveau stabil. (Foto: Flickr/ Departure by Jeremy CC BY 2.0)

Mit 140.000 Emigranten ist die jährliche Auswanderung aus Deutschland in jüngster Zeit auf hohem Niveau stabil. (Foto: Flickr/ Departure by Jeremy CC BY 2.0)

Würde man die deutschen Auswanderer bündeln, so hätte man eine Stadt von der Größe Berlins. Wie aus der OECD-Publikation „Talente im Ausland: Ein Bericht über deutsche Auswanderer” hervorgeht, lebten mit Stand 2011 rund 3,4 Millionen in Deutschland geborene im Ausland. Damit stellt Deutschland derzeit die fünftgrößte Auswanderergruppe in der OECD gleich nach Mexiko, Großbritannien und nur wenig hinter Riesenstaaten China und Indien.

Am häufigsten zieht es deutsche Auswanderer nach wie vor in die USA. Dort leben rund 1,1 Millionen Deutsche. Jeweils gut 270.000 zog es nach Großbritannien bzw. in die Schweiz. Beliebte Auswandererdestinationen seien außerdem Frankreich, Italien und Spanine, so die OECD. Das Fazit:

„Mit 140.000 Emigranten ist die jährliche Auswanderung aus Deutschland in jüngster Zeit auf hohem Niveau stabil. Die Schweiz, Österreich, Großbritannien, Spanien und die Niederlande waren in den vergangenen Jahren die Hauptzielorte deutscher Auswanderer. Zwischen 2001 und 2013 gingen dreimal so viele Deutsche in europäische wie in nicht-europäische OECD-Länder.“

Zu beobachten sei außerdem das nach wie vor hohe und weiter steigende Bildungsniveau der deutschen Auswanderer. 1,4 Millionen von ihnen hätten das Abitur und/oder Berufsausbildung, weitere 1,2 Millionen würde zudem über ein abgeschlossenes Studium verfügen.Insgesamt hätten 46.000 deutsche Auswanderer sogar einen Doktortitel. Neben der steigenden Anzahl an hochqualifizierten Frauen, würde demnach auch diese Zahl in vielen europäischen Zielländern wachsen.

Betrachtet man das überdurchschnittliche Bildungsniveau vieler Auswanderer, so verwundert es nicht, dass Karriereerwägungen den Hauptgrund für den Wegzug aus Deutschland bilden, so die OECD hierzu. Aktuell würden immerhin 15 Prozent der Deutschen darüber nachdenken, ins Ausland zu gehen. Tatsächlich die Koffer packen würde hingegen nur ein kleiner Teil.

Entsprechende Weichen für ein Leben fernab der eigenen Heimat würden jedoch schon früh gestellt. Los gehe die Orientierung in diese Richtung meist schon direkt nach der Schule. Kein anderes OECD-Land würde so viele Studenten ins Ausland entsenden wie Deutschland, heißt es hierzu. Zwischen 2010 und 2012 sei die Zahl der im OECD-Ausland studierenden Deutschen um 14 Prozent auf 140.000 gestiegen. Die Zielländer seien hier primär Österreich (31.000), die Niederlande (25.000), Großbritannien (16.000) und die Schweiz (12.000). 30 Prozent der deutschen Studenten im Ausland würden Mathematik, Naturwissenschaften, medizinische Fächer oder Ingenieurs-wissenschaften studieren.

Kehrten die Deutschen dann nach einem Auslandsaufenthalt zurück, seien dafür noch vor den Karriereaussichten vor allem Familie und Freunde ausschlaggebend.

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