Endgültiges Urteil: Keine Gnade für saudischen Blogger Badawi

Jetzt gibt es kein Zurück mehr: Die saudi-arabische Justiz hat ein Urteil gegen den liberalen Blogger Raif Badawi bestätigt. Weder Haft, Geldbuße noch Peitschenhiebe bleiben ihm erspart. Eine Berufung ist nicht mehr möglich.

Weltweit setzen sich Menschen für Raif Badawi ein. (Foto: Flickr/ Free Raif Badawi! by Amnesty Finland CC BY 2.0)

Weltweit setzen sich Menschen für Raif Badawi ein. (Foto: Flickr/ Free Raif Badawi! by Amnesty Finland CC BY 2.0)

Das international heftig umstrittene Urteil gegen den liberalen Blogger Raif Badawi aus Saudi-Arabien bleibt bestehen. Das höchste Gericht des Landes bestätigte am Sonntag ein Urteil vom vergangenen Jahr, demzufolge Badawi für zehn Jahre ins Gefängnis muss, mit 1000 Peitschenhieben bestraft wird und knapp 240 000 Euro zahlen muss, wie die saudische Zeitung Okaz am Sonntag berichtete. Berufung könne nicht mehr eingelegt werden.

Badawi war 2012 wegen seiner liberalen Ansichten verhaftet worden. Er hatte auch Kritik an der saudischen Religionspolizei geübt. Verurteilt wurde der heute 31-Jährige dafür, den Islam beleidigt zu haben. Im Januar bekam er öffentlich die ersten 50 Peitschenhiebe. Der weitere Vollzug wurde aus gesundheitlichen Gründen dann zunächst ausgesetzt.

Menschenrechtsorganisationen hatten die harte Strafe kritisiert. Die Bundesregierung setzte sich ebenfalls hinter den Kulissen für Badawi ein. «Wir werden das, was in unserer Macht steht, tun, um darauf hinzuwirken, dass dort eine gute Lösung gefunden wird», sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, Anfang März in Berlin. «Uns ist das Schicksal von Herrn Badawi nicht gleichgültig.» Auch die USA hatten sich besorgt gezeigt und das verbündete Königreich gebeten, das Urteil zu überprüfen. Saudi-Arabien folgt in seiner Rechtsprechung einer strikten Interpretation der islamischen Scharia.

Raif Badawi lässt sich jedoch trotz Prügelstrafe nicht mundtot machen. Erst im März ist in Deutschland ein Buch mit Texten von seiner Website erschienen, die inzwischen nicht mehr existiert. Das Vorwort von «1000 Peitschenhiebe» (Ullstein) hat Badawi seiner Ehefrau Ensaf Haidar aus der Haft telefonisch durchgegeben. «Wir konnten nicht oft sprechen, deshalb hat er es mir in Etappen diktiert», sagte Haidar der Deutschen Presse-Agentur. Sie betonte damals: «Das Buch hat mit dem Verfahren gegen Raif nichts zu tun.»

Mehr zum Thema:

Aus der Zelle: Inhaftierter Blogger Badawi erhebt seine Stimme
Bundesregierung bemüht sich um Saudi-Blogger: „Uns ist das Schicksal von Herrn Badawi nicht gleichgültig“
Islamkritischer Blogger in Saudi-Arabien öffentlich ausgepeitscht

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.