Erdoğan: „Sie drohen mir mit dem Todesschicksal von Menderes“

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan wirft der Opposition vor, dass diese ihm ein Ende wie dem Ex-Präsidenten Adnan Menderes bereiten will. Tatsächlich hat die Opposition mehrmals mit dem Schicksal von Menderes gedroht. Dieser wurde im Jahr 1960 nach einem Militärputsch gehängt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist überzeugt davon, dass es im In- und Ausland Personen und Strukturen gibt, die ihm ein Ende wie dem ehemaligen Präsidenten der Türkei, Adnan Menderes, bereiten wollen, berichtet die Zeitung Dünya Bülteni. Ausschlaggebend sei nicht seine Person an sich, sondern die Außenpolitik der Türkei.

Denn bestimmte Staaten und ihre Unterstützer im Inland möchten verhindern, dass die Türkei ihre Zukunft eigenständig gestaltet und ein Mitsprachrecht auf den internationalen Plattformen erringt. „Das Volk kennt diejenigen, die die Türkei bei ihrem Aufstieg behindern wollen“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Anadolu. Menderes und seine Regierungsmitglieder seien gehängt worden, um ein Exempel zu statuieren und die Politiker davon abzuhalten, für eine starke Türkei zu arbeiten. Erdoğan sagt weiter, dass  dieselben Medien gegen ihn ins Feld ziehen würden, die auch einst gegen Menderes vorgegangen sind.

Der ehemalige türkische Präsident Adnan Menderes wurde am 27. Mai 1960 durch das Militär gestürzt. Bei den darauffolgenden Yassıada-Prozessen forderte die Staatsanwaltschaft 228 Mal die Todesstrafe. 15 hochrangige Politiker und Regierungsmitglieder – unter ihnen auch Menderes – wurden zum Tode verurteilt. Gegen 31 Angeklagte wurden lebenslangen Freiheitsstrafen verhängt. Weitere 402 Angeklagte wurden zu Haftstrafen zwischen zwei bis 20 Jahren verurteilt.

Teile der türkischen Opposition zeigen mit dem Finger auf das Jahr 1960 und drohen Erdoğan mit dem Schicksal von Menderes, statt seriöse Lösungen für die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Türkei vorzulegen. Denn dann würde nicht die AKP, sondern die anderen Parteien um die Zweidrittel-Mehrheit im Parlament kämpfen.

Aber vielleicht wäre es das Beste, wenn CHP, AKP, HDP und MHP nach den Wahlen lernen würden, etwas seriöser aufzutreten und sich nicht gegenseitig mit böswilligen Unterstellungen zu beleidigen. Wenn Wahltag wirklich Zahltag wäre, müssten die Sitze im Parlament ab Montag für die nächsten vier Jahre leer sein.

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