Deutsch-Türken: AKP gewinnt absolute Mehrheit

Die AKP von Präsident Erdogan hat in Deutschland die absolute Mehrheit gewonnen. In den USA und in Russland lag dagegen die CHP vorne.

Fast die Hälfte der rund 2,9 Millionen Türken, die im Ausland ihre Stimme abgeben durften, leben in Deutschland. (Foto: Flickr/ Turkish Fest by Garry Knight CC BY 2.0)

Fast die Hälfte der rund 2,9 Millionen Türken, die im Ausland ihre Stimme abgeben durften, leben in Deutschland. (Foto: Flickr/ Turkish Fest by Garry Knight CC BY 2.0)

Anders als in der Türkei hat die islamisch-konservative AKP bei den Türken in Deutschland eine absolute Mehrheit gewonnen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von Sonntag stimmten rund 53 Prozent der in Deutschland lebenden wahlberechtigten Türken für die AKP. Die pro-kurdische Partei HDP bekam rund 18,7 Prozent. Drittstärkste Kraft wurde die CHP mit 15, 8 Prozent der Stimmen.

Die meisten in der Schweiz lebenden türkischen Wahlberechtigten stimmten nach Angaben von Anadolu für die HDP (rund 49 Prozent), gefolgt von der AKP (rund 24 Prozent). In Österreich erreichte die AKP rund 64 Prozent und die HDP rund 14 Prozent.

Fast die Hälfte der rund 2,9 Millionen Türken, die im Ausland ihre Stimme abgeben durften, leben in Deutschland. Nach Angaben von Anadolu lag deren Wahlbeteiligung bei rund 44 Prozent.

Ganz anders dagegen stimmten die Türken in den USA und in Russland: In beiden Ländern erhielt die CHP die Mehrheit. In Australien lag dagegen auch die AKP vorne.

Kritisch betrachtet wird die Wahl der Auslandstürken von Dr. Ahment Refii Dener. In einem Beitrag zu den Wahlergebnissen schreibt er:

„Mir wäre wohler, wenn die Auslandstürken nicht bei der Wahl teilnehmen würden, obwohl ich immer dafür war. Zum einen können sie die Verhältnisse in der Türkei nicht richtig bewerten und zum anderen tangiert sie das Ganze nicht. Die Deutschen dürfen an den Wahlen in Spanien auch nicht teilnehmen, nur weil sie irgendwann mal dahin auswandern könnten.“

Er fragt, warum ein im Ausland lebender Türke über die Regierungsbildung in der Türkei entscheide. Seit dem Bestehen der Republik Türkei hätte sich keine Regierung für die Auslandstürken eingesetzt. Wenn die Auslandstürken es ehrlich meinen würden, so der Autor, müssten sie bei jeder Wahl und das seit 1961, seit dem der erste Gastarbeiter deutsche Boden betreten habe, immer gegen die Regierungspartei stimmen. Wie könne man vom EU Boden aus für die AKP stimmen, also gegen Meinungsfreiheit und für Ungerechtigkeit. Einer bestimmt über alle und alles. Träumen die Deutschtürken von Unfreiheit oder was?

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