Kurden in Deutschland: Freudentaumel nach Wahlerfolg der HDP

Mit Autocorsos und spontanen Feiern in den Innenstädten haben Kurden in Deutschland den Wahlerfolg der pro-kurdischen Partei HDP gefeiert. Bei der Parlamentswahl in der Türkei schaffte die Partei den Einzug ins Parlament und knackte erstmals die Zehn-Prozent-Hürde. Die islamisch-konservative AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan wurde zwar stärkste Kraft, musste aber die absolute Mehrheit einbüßen.

In Hamburg, Stuttgart und Berlin kamen am Sonntagabend einige Hundert Menschen zusammen. Besonders viele feierten in Frankfurt am Main. Dort trafen sich über 500 Kurden in der Innenstadt. Laut Polizei blieben die Feiern friedlich.

In Deutschland waren etwa 1,4 Millionen Türken wahlberechtigt. Anders als in der Türkei hatte die islamisch-konservative AKP bei den Türken hierzulande eine absolute Mehrheit gewonnen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu stimmten rund 53 Prozent der in Deutschland lebenden wahlberechtigten Türken für die AKP. Die pro-kurdische Partei HDP bekam rund 18,7 Prozent (mehr hier).

Türken in Deutschland haben sich diesmal deutlich stärker an der Parlamentswahl in ihrem Herkunftsland beteiligt als an der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr. 482 530 der 1 405 008 Wahlberechtigten in Deutschland hätten bis zum Ende der Frist am Sonntag ihre Stimme in der Bundesrepublik abgegeben, teilte die Auslandsabteilung der Obersten Wahlbehörde in Ankara auf Anfrage mit. Das entspricht einer Quote von 34,3 Prozent (mehr hier).

Wegen der geringen Beteiligung an der Präsidentenwahl (8,1 Prozent) im vergangenen August war das Verfahren diesmal vereinfacht worden. Eine Woche vor der Parlamentswahl endete die Möglichkeit der Stimmabgabe in türkischen Auslandsvertretungen.

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