Frauenpower: HDP schickt insgesamt 31 Damen ins türkische Parlament

Die pro-kurdischen Partei HDP schaffte am Sonntag nicht nur den Einzug ins türkische Parlament. Die Oppositionspartei sorgt damit auch für eine starke weibliche Stimme. Von 80 HDP-Abgeordneten sind 31 Frauen. Nach Berechnungen der Deutsch Türkischen Nachrichten entspricht das einem prozentualen Frauenanteil von satten 38,75 Prozent.

Die pro-kurdische HDP galt bereits im Vorfeld der türkischen Parlamentswahlen als Zünglein an der Waage. Nun hat die Partei tatsächlich die Zehn-Prozent-Hürde geknackt und zieht ins türkische Parlament ein. Mit dabei sind fast 40 Prozent Frauen.

Folgende Damen mischen künftig im Parlament mit:

Adana: Meral Danış Beştaş

Ağrı: Leyla Zana, Dirayet Taşdemir

Bitlis: Mizgin Irgat

Bursa: Asiye Kolçak

Amed: Nursel Aydoğan, Feleknas Uca, Sibel Yiğitalp

Erzurum: Seher Akçınar Bayar

Hakkari: Selma Irmak

Mersin: Çilem Öz

İstanbul: Pervin Buldan, Beyza Üstün, Filiz Kerestecioğlu, Hüda Kaya

Mardin: Gülser Yıldırım, Enise Güneyli

Muş: Burcu Çelik

Siirt: Hatice Seviptekin

Dersim: Edibe Şahin

Urfa: Dilek Öcalan, Leyla Güven

Van: Figen Yükdağ, Yurdusev Özsökmenler, Tuğba Hazer, Remziye Özgökçe

Batman: Saadet Becerikli, Ayşe Acar Başaran

Şırnak: Leyla Birlik, Aycan İrmez

Iğdır: Kıznaz Türkeli

Die Medien hatten die HPD in den vergangenen Tagen immer wieder als Hoffnungsträger für Frauen und LGTBs bezeichnet. Sie sei sogar die erste Partei in der Türkei, bei der alle Ebenen paritätisch mit Frauen und Männern besetzt würden. Der besondere Einsatz für die Gleichberechtigung ist sogar in der Satzung verankert. Darin beschreibt sich die HDP selbst als Partei aller Unterdrückten und Ausgebeuteten, Ausgegrenzten, Frauen, Arbeiter, LGBTs, Intellektuellen, Schriftsteller und Wissenschaftler.

Auf der Liste der HDP kandidierten 268 Frauen von insgesamt 544 Kandidaten, fasst etwa die Autorin Berîvan Aslan zusammen. Ein Wahlerfolg der HDP, so ihr Urteil am Vorabend der Parlamentswahlen, würde nicht nur die türkische Frauenpolitik, sondern auch das politische Gleichgewicht in der Türkei grundlegend verändern. Hierzu schreibt sie:

„Die Frauenquote der HDP beträgt somit fast 50 Prozent. Sie liegt damit weit vor den anderen Parteien, von denen keine eine offizielle Quote hat. Es ist ein wichtiges Anliegen der HPD, den Frauenanteil im türkischen Parlament zu erhöhen. In der kemalistischen CHP und Erdoğans AKP sind es nicht einmal 20 Prozent. Die nationalistische MHP schafft gerade noch 9 Prozent. Die HDP vereint zudem Kandidatinnen und Kandidaten aller in der Türkei vertretenen kulturellen, ethnischen und religiösen Gruppen.“

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