Morde an Muslimen: Uganda setzt jetzt auf CCTV-Kameras

Der ugandische Präsident will Muslime in seinem Land besser schützen. Nachdem es in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Morden gekommen war, soll jetzt die Infrastruktur deutlich aufgerüstet werden. Zum Schutz der Menschen setzt der Staat nun auf Überwachungskameras.

Präsident Yoweri Kaguta Museveni hat die hiesige Polizei scharf kritisiert. Sie verwende rückständige Methoden, um die Morde an Imamen im Land zu untersuchen. In seiner Rede zur Lage der Nation am vergangenen Donnerstag in Kampala stellte das Staatsoberhaupt klar: Es bedarf einer neuen Infrastruktur, um die polizeilichen Untersuchungen zu verbessern und um das wachsende Problem im Zusammenhang mit der Ermordung einer Reihe von muslimischen Geistlichen zu bekämpfen.

Eine solche Infrastruktur würde zum Beispiel CCTV-Kameras in den großen Städten beinhalten, angefangen bei Kampala“, so der Präsident zu den anwesenden Abgeordneten und und ausländischen Würdenträgern. Museveni zeigte sich zuversichtlich, dass solche Verbrechen eigentlich leicht aufzuklären wären. „Die Polizei arbeitet nach der alten Methode: ‚Wer hat ihn gesehen?‘ Dann fahnden sie nach dem, der ihn gesehen haben könnte, und so weiter“, zitiert ihn die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Am 25. Dezember 2014 wurde das Land durch den Mord an Scheich Abdu Kadir Muwaya in Schockzustand versetzt. Er wurde nachts in seinem Haus in Ost-Uganda erschossen. Muwaya war der Chef der schiitischen Gemeinschaft in Uganda. Vier Tage später wurde bereits ein anderer muslimischer Gelehrter, Sheikh Mustapha Bahiga, von unbekannten Angreifern auf dem Weg in die Moschee zum Abendgebet niedergeschossen. Sheikh Haruna Jjemba sollte das dritte Opfer werden. Der Mordversuch an ihm scheiterte dank eines Polizeieinsatzes.

Insgesamt kamen Uganda seit 2012 sechs Muslime gewaltsam zu Tode. Doch die Ermittlungen ergaben zumeist mehr Fragen, als dass Antworten hervorgebracht wurden. Derzeit laste die Polizei die Morde Jamil Mukulu, dem Anführer der Allied Democratic Forces, einer ugandischen muslimischen Rebellengruppe in der Demokratischen Republik Kongo an, so die Agentur weiter. Mukulu stehe derzeit in Tansania vor Gericht. Uganda fordere jedoch seine Auslieferung, um ihn wegen Mordes, Terrorismus und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft zu ziehen.

Über die jüngsten Forderungen des Präsidenten zeigt man sich in Polizeikreisen offenbar hocherfreut. Wie Fred Enanga, ein Polizeisprecher, im Gespräch mit Anadolu erklärte, sehe man hier in der Tat erhebliche Mängel. bei der Polizei. Zeugenaussagen spielten eine wichtige Rolle, sie seien aber nicht genug. Und vor allem stets mit Vorsicht zu genießen. Es sei an der Zeit, sich nun auch der Technik zuzuwenden und diese neben wissenschaftlichen Beweisen auch einzusetzen.

Er wies jedoch darauf hin, dass die Verwendung von Technologie immer noch eine Herausforderung in Uganda sei. Das Land sei noch nicht digitalisiert, so dass es für sie einfach wäre, digitale Geräte zu verwenden. Das werde jedoch mit der Zeit kommen.

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