Kurden-Hochburg Diyarbakir: Vier Tote bei Zusammenstößen

Nur zwei Tage nach den türkischen Parlamentswahlen sind in der Kurdenmetropole Diyarbakir erneut Tote zu beklagen. Nachdem der Vorsitzende einer islamischen Organisation erschossen wurde, kam es zu Zusammenstößen verfeindeter Gruppen. Dabei wurden drei weitere Menschen getötet.

Die zweitgrößte Stadt Südostanatoliens kommt nicht zur Ruhe. Am Dienstag starben hier erneut vier Menschen. Auslöser der Zusammenstöße war der Mord am Vorsitzenden einer islamischen Organisation. Nachdem dieser erschossen wurde, gerieten die Anhänger der Jugendorganisation der Terrororganisation PKK und der verfeindeten islamistischen Partei Hüda-Par aneinander. Dabei sollen nun drei weitere Menschen getötet worden sein.

Aytac Baran, der Vorsitzende der Ihya-Der-Gruppe, sei von Unbekannten vor seinem Büro in Diyarbakir erschossen worden, woraufhin dann eine Schießerei losbrach, die drei weitere Personen tötete und vier verletzte, darunter drei Journalisten, so die Nachrichtenagentur AFP.

Zwei Tage vor der Wahl in der Türkei waren bei Explosionen auf einer Massenveranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP mindestens zwei Menschen getötet worden. Mehr als 100 Menschen seien bei den zwei Detonationen am Freitagabend in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir verletzt worden, sagte Agrarminister Mehdi Eker nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu (mehr hier). Wie die türkische Zeitung Hürriyet am Dienstagabend berichtet, sei nun auch noch ein 17-Jähriger seinen Verletzungen erlegen. Damit erhöhe sich die Anzahl der Toten nach den Explosionen auf drei. Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauerten an.

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