La Reppublica über Erdoğan: „Der Saladin des 21. Jahrhunderts wurde gestoppt“

Eine italienische Zeitung vergleicht den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan mit Saladin, dem Eroberer von Jerusalem, und titelt, dass der „Saladin des 21. Jahrhunderts“ endgültig gestoppt wurde. Ein seltsamer Vergleich. Denn dann wären die Europäer die „Kreuzritter“ und die Oppositions-Politiker Kılıçdaroğlu und Demirtaş Verräter, die mit den „Kreuzrittern“ paktieren.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sorgt auch für Gesprächsstoff, wenn er nichts sagt. (Screenshot via Youtube)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sorgt auch für Gesprächsstoff, wenn er nichts sagt. (Screenshot via Youtube)

In Europa kommt Freude über das Wahlergebnis der vergangenen Türkei-Wahl auf. Die linke italienische Zeitung La Reppublica wagt sogar einen seltsamen historischen Vergleich zwischen dem kurdisch-islamischen Sultan und Kommandanten Saladin, der im 12. Jahrhundert Jerusalem erobert hatte, und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und titelt: „Der Saladin des 21. Jahrhunderts wurde an der letzten Station gestoppt“.

Der Vergleich ist deshalb so seltsam, weil man die Rollen-Verteilung noch weiter anpassen könnte:

Denn wenn Erdoğan Saladin ist und verloren hat, dann müssten die „Kreuzritter“, also die Europäer, gegen jenen gewonnen haben. Doch diese Logik zufolge müssten der CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu und HDP-Chef Selahattin Demirtaş Verräter an Volk und Vaterland sein, die mit den „Kreuzrittern“ paktiert haben.

Es steht zumindest außer Frage, dass Erdoğan nicht Saladin ist.

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