Glauben trifft Technologie: US-Firma erfindet Kopftuch für sportliche Muslima

Ein junges Unternehmen aus Ohio hat offenbar eine Marktlücke entdeckt. Die US-Amerikaner produzieren ein Kopftuch mit besonderen Eigenschaften für sportliche Muslima. Über Kickstarter versuchen sie ihre Idee weiter voran zu treiben.

Sport- und Freizeitmode – das ist eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie. Auch Bekleidung für gläubige Muslime ist mittlerweile ein einträgliches Geschäft geworden. Vor allem Frauen wollen beides – Stil und Funktion. Während gläubige Muslima sich heute auch auf dem Laufsteg wiederfinden können, ist der Markt für spezielle Sportbekleidung bislang nur wenig beachtet worden. Das soll sich jetzt ändern – zumindest wenn es nach einer kleinen Firma in Ohio geht.

Sport mit Kopftuch ist für viele muslimische Frauen ein Muss, gleichzeitig aber auch eine recht unangenehme Angelegenheit. Eigentlich wäre eine Kopfbekleidung ideal, die nicht nur den Schweiß absorbiert, sondern je nach Workout-Location auch noch Regen oder Hitze abhält.

Veil versucht diese Lücke mit seiner Innovation zu füllen, berichtet das Technikportal mashable.com. Das Besondere: Der Hijab verzichtet auf traditionelle Stoffe wie Seide, Chiffon und Baumwolle und setzt ganz auf Nylon, das leicht Schweiß ableitet, fast vollständig wasserdicht ist und im Fall der Fälle auch sehr schnell trocknet.

 Das Multifunktions-Kopftuch soll den Sport künftig angenehmer machen. (Foto: Veil)

Das Multifunktions-Kopftuch soll den Sport künftig angenehmer machen. (Foto: Veil)

„Ich habe mir gedacht, es gibt so viel eingearbeitete Technologie in Sportbekleidung. Warum hat das bislang noch niemand mit einem Hijab gemacht?“, so der Gründer der Marke Ahmad Ghanem. „Diese Frauen brauchen sie mehr als alle anderen Athleten, die bereits auf entsprechende Kleidung zurückgreifen können. Sie sind diejenigen, die das Tragen bei Regen oder Sonnenschein, bei Hitze oder Nässe.“

Dem Blatt zufolge hätten die US-Amerikaner rund eineinhalb Jahre geforscht und in dieser Zeit verschiedene Stoffe und Hersteller ausprobiert. Der 22-jährige junge Mann aus Cleveland brachte seine Idee nun auf Kickstarter, um dort 5000 Dollar einzusammeln. Mittlerweile wurden seine Erwartungen weit übertroffen. Das Sport-Kopftuch begeistert offenbar die User. Sein Finanzierungsziel konnte er dank über 400 Unterstützter bereits mehr als verdreifachen.

Ghanem, dessen Eltern aus Palästina stammen, hofft, dass seine Innovation eines Tages auch den internationalen Markt begeistern kann. Potential gebe es seiner Ansicht nach genug: „Es gibt eine Milliarde Muslime auf der ganzen Welt“, sagt er. „Und die Bevölkerung wird immer größer. Es gibt echtes Potenzial für große Umsätze. Ich weiß nicht, warum das bisher keine andere Sportmarke gemacht hat.“

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