Weltbank: Türkische Infrastruktur-Investitionen sind Weltspitze

Die Türkei hat nach Angaben der Weltbank im Jahr 2014 fast die höchsten Zusagen für Infrastrukturinvestitionen weltweit getätigt. Überrundet wurden das Land im Ranking der 139 Schwellenländer lediglich von Brasilien. Ihnen folgen Peru, Kolumbien und Indien.

Nach Angaben der Weltbank sind die Gesamtinfrastrukturinvestitionen in 139 untersuchten Schwellenländern für Projekte mit privater Beteiligung in den Bereichen Energie, Transport und Wassersektor im vergangenen Jahr auf 107,5 Milliarden US-Dollar gestiegen. Angetrieben worden sei das Volumen vor allem durch die zunehmende Aktivität in Brasilien. Gleich danach folgt bereits die Türkei.

Unsere Update-Daten zeigen, dass die fünf Länder mit den höchsten Investitionsverpflichtungen im Jahr 2014 Brasilien, die Türkei, Peru, Kolumbien und Indien sind“, so Clive Harris, Praxis-Manager, Public Private Partnerships, Weltbank-Gruppe zum Update der „Private Participation in Infrastructure”-Datenbank (PPI).  „Diese fünf Länder stehen für 78 Milliarden US-Dollar, also 73 Prozent der Investitionszusagen in den Entwicklungsländern im Jahr 2014.“

Mit insgesamt 17 neuen Projekten sei die Türkei in der Lage gewesen, sich das zweit höchste Investitionsvolumen zu sichern, heißt es in dem Report weiter. „Wesentliche Regierungsreformen im Jahr 2008 haben auch weiterhin Einfluss auf die Energieinvestitionen in der Türkei. Insgesamt fanden drei große Privatisierungen statt: Die Wärmekraftwerke Kemerköy und Yeniköy mit 4,3 Milliarden US-Dollar, das Wärmekraftwerk Yatağan mit 1,1 Milliarden US-Dollar und das Wärmekraftwerk Çatalağzı mit 350 Millionen US-Dollar.“ Darüber hinaus hätten eine Reihe von Verkehrsprojekten wie der Hafen von Salıpazarı mit 1,1 Milliarden US-Dollar, die Bosporusbrücke mit 2,9 Milliarden US-Dollar sowie das  Nord Marmara Autobahn-Projekt die türkischen Investitionen gesteigert.

Die Daten umfassen den Zeitraum von 1990 bis 2014. Insgesamt wurden mehr als 6.000 Projekte in 139 Volkswirtschaften mit niedrigem und mittlerem Einkommen berücksichtigt, berichtet hierzu die türkische Zeitung Hürriyet. „Der Anstieg der globalen Investitionszusagen ist mit insgesamt 69,1 Milliarden US-Dollar vor allem der zunehmenden Aktivität in den Regionen Lateinamerika und in der Region der Karibik (LAC) geschuldet. Viele der Investitions-Verpflichtungen sind in Brasilien, Kolumbien und Peru, die zusammen auf einen Anteil von 55 Prozent an der globalen Gesamtmenge kommen“, so der Report weiter.

Regional betrachtet führe die LAK-Region, gefolgt von Europa und Zentralasien (ECA), Ost-Asien und dem Pazifik (EAP), Südasien (SAR), und dem Nahen Osten und Nordafrika (MNA). Afrika südlich der Sahara (AFR) erlebe hingegen die niedrigste Höhe an Investitionen.

Der Energiesektor
habe die größte Anzahl an neuen Projekten, aber der Sektor mit der größten Gesamtinvestitionszusagen sei der Verkehrssektor gewesen mit 55,3 Milliarden US-Dollar bzw. 51 Prozent der gesamten weltweiten Investitionszusagen. Am meisten sei in Straßen investiert worden. Das habe sich auch im Vergleich zu 2013 nicht verändert. Vier der fünf größten Straßenbauprojekte wurden in Brasilien umgesetzt, das fünftgrößte Projekt in der Türkei.

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