Studie: Integration von Ausländern funktioniert immer besser

Wenn es um die formale Integration von Einwanderern und ihren Nachkommen geht, erhält Deutschland gute Noten. Schlechter ist es dagegen um die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen ausländischer Herkunft bestellt.

Die deutsche Integrationspolitik dient international immer mehr als Vorbild. (Foto: Flickr/ My daughter loves merry-go-round by Vinoth Chandar CC BY 2.0)

Die deutsche Integrationspolitik dient international immer mehr als Vorbild. (Foto: Flickr/ My daughter loves merry-go-round by Vinoth Chandar CC BY 2.0)

Bei der Integration von Ausländern hat Deutschland in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsstudie, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. «Die deutsche Integrationspolitik dient international immer mehr als Vorbild», erklärte Thomas Huddleston, Programmdirektor der Migration Policy Group in Brüssel am Mittwoch.

Gründe für diese positive Entwicklung sind seinen Angaben zufolge Integrationsangebote für Neuzuwanderer, die jüngsten Verbesserungen bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sowie die erleichterte Einbürgerung der Nachkommen von Einwanderern. Außerdem sei der Einfluss von Parteien am rechten Rand in Deutschland geringer als in Einwanderungsländern wie Österreich, den Niederlanden, Großbritannien oder der Schweiz, sagte Huddleston.

Was hierzulande nach Auffassung der Migrationsforscher dagegen noch nicht gut funktioniert, ist der Schutz von Zuwanderern vor rassistischen Straftaten und Alltagsdiskriminierung. Bei den Ermittlungen und in den Statistiken würden rassistische Motive häufig nicht ausreichend berücksichtigt, so die dpa.

Im aktuellen Migrationsindex, den die Organisation jetzt zum vierten Mal erstellt hat, belegt Deutschland Platz 10 von 38. Bei der zurückliegenden Erhebung 2011 lag die Bundesrepublik noch auf Platz 12. Zum Vergleich: Das Einwanderungsland Kanada liegt diesmal auf dem 6. Platz. Griechenland landet auf Platz 27. Österreich belegt Platz 20. Die Schweiz liegt auf dem 21. Platz.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl warnte unterdessen vor der Einrichtung von «Sonderlagern» für Asylbewerber aus den Westbalkan-Staaten. «Wir befürchten eine Zunahme rassistischer Stigmatisierung», erklärte die rechtspolitische Referentin von Pro Asyl, Marei Pelzer.

Das Bundesinnenministerium hatte im Mai die Einrichtung spezialisierter Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber aus Serbien, Albanien und anderen Westbalkan-Staaten ins Gespräch gebracht. Dadurch sollen die Asylverfahren für diese Antragsteller, die nur geringe Chancen auf Anerkennung als Flüchtlinge haben, beschleunigt werden. Wie diese Idee konkret umgesetzt wird, dürfte auch Thema eines Bund-Länder-Spitzengesprächs zur Flüchtlingspolitik mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend sein.

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