CDU-Gruppe macht sich für Entwicklung eines europäischen Islam stark

In der CDU macht sich eine Gruppe von Abgeordneten aus Bund und Ländern für ein besseres Islam-Verständnis in Deutschland stark. In einem Sechs-Thesen-Papier fordert die Gruppe «CDU2017» um den Bundestagsabgeordneten Jens Spahn aber auch, dass Imame in Deutschland leben und Deutsch sprechen sollten.

Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: «Man tut niemandem einen Gefallen, wenn wir Probleme nicht ansprechen. Wir wollen helfen, dass sich unter den Bedingungen einer offenen Gesellschaft ein europäischer Islam entwickeln kann.»

In dem Papier heißt es, selten habe ein Satz wie der des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff so viele Diskussionen hervorgerufen: «Der Islam gehört zu Deutschland.» Dabei sei dieser Satz eigentlich banal, in Deutschland lebende Muslime gehörten schon längst dazu und «selbstverständlich auch mit ihrem Glauben». In der Gruppe «CDU2017» haben sich jüngere CDU-Politiker versammelt, die sich für Reformen in der Partei einsetzen.

Zum Islam erklären sie: «Nur wer den Alltag der Muslime in Deutschland kennt, kann lebensnah predigen oder lehren. (…) Es sollte selbstverständlich sein, dass in Moscheegemeinden auch Deutsch gesprochen wird. Das vielfach praktizierte Modell des „Import-Imam“, der aus dem Ausland geschickt und bezahlt wird und kaum deutsch spricht, ist ein Hindernis für gute Integration.»
Die Gruppe fordert zudem: «In einer pluralen Gesellschaft muss sich auch Religion kritische Fragen oder karikierende Darstellungen gefallen lassen.» Das gelte auch für den Islam. Jede extremistische Form der Auslegung des Korans müsse mit rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. Der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Günter Krings (CDU), hatte in der «Bild»-Zeitung am Montag gemahnt: «Das Grundgesetz steht über dem Koran».

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