Ramadan 2015: So wird der Körper richtig vorbereitet

Nicht mehr lange, dann beginnt für Muslime der Heilige Fastenmonat Ramadan. Millionen Menschen auf der ganzen Welt bereiten sich derzeit auf diese besondere Phase voller Fasten und Gebet vor. Doch den Körper auf die Ausnahmesituation einzustellen, bedarf es einiger Übung.

Einige wenige Regeln helfen, gut in den Ramadan zu kommen und diesen schadlos zu überstehen. (Foto: Flickr/ Ramadan by yeowatzup CC BY 2.0)

Einige wenige Regeln helfen, gut in den Ramadan zu kommen und diesen schadlos zu überstehen. (Foto: Flickr/ Ramadan by yeowatzup CC BY 2.0)

Lange Sommertage, Hitze und ein verlangsamter Stoffwechsel. In der warmen Jahreszeit wird der Ramadan nicht selten zu einer echten Herausforderung. Mit einigen einfachen Vorbereitungen stellt sich der Körper besser auf die Zeit des Mangels und des Genusses zu später Stunde ein.

Bereits jetzt sollten sich die Gläubigen auf die Zeit ab dem 18. Juni einstellen, empfiehlt die türkische Zeitung Sabah. Auf das Fasten könne man sich am besten vorbereiten, wenn man schon in den Tagen vorher den ein oder anderen Snack auslasse. So gestalte sich der Übergang zum vollständigen Fasten am Tage wesentlich einfacher. Außerdem sollten die Gläubigen bereits jetzt versuchen, ihren Schlafzyklus in Einklang mit dem Ramadan zu bringen. So falle das Aufstehen zum Suhur später deutlich leichter.

„Trinken Sie ausreichend Wasser, um Austrocknung zu verhindern“, lautet ein weiterer Ratschlag der Zeitung. Untersuchungen zeigten, dass der menschliche Körper Wochen ohne Lebensmittel überleben könne, aber es nur für ein paar Tage ohne Wasser schafft. Experten raten, dass man mindestens zwei Liter Wasser (8-10 Gläser) während des Fastenmonats Ramadan trinken sollte. Kaffee und Tee-Liebhaber sollten jedoch bedenken, dass solche Flüssigkeiten allein nicht die tägliche Menge dessen liefern, was tatsächlich benötigt würde, um den Körper ausreichend zu versorgen.

Schon vor Beginn des Ramadans sollte das Essen mit einer Suppe starten. In der Türkei seien diese ganz unabhängig von der Jahreszeit fester Bestandteil einer Ramadan-Tafel. Die Mahlzeit so zu beginnen, trainiere den Magen. Für den heißen Sommer empfiehlt die Redaktion die kalte Ayran Aşı. Die Joghurtsuppe ist kühl und leicht bekömmlich.

Generell wichtig sei es zudem, langsam zu essen. Auf diese Weise könne der Körper die Speisen leichter verdauen. Zudem sollte bedacht werden, dass der Körper rund 15 bis 20 Minuten brauche, bis das Gehirn ein Signal des Völlegefühls aussende. Gläubige sollten außerdem sicherstellen, dass sie genügend Eiweiß und Kalzium-reiche Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte wie Milch und Joghurt, Hülsenfrüchte und Eier im Haus hätten.

Auch der Abschluss einer Mahlzeit sollte leicht sein. Fachleute seien der Ansicht, dass ein Dessert ein bis zwei Stunden nach dem Iftar völlig in Ordnung sei – solange es nicht dick, gebraten oder schwer wie Baklava, Künefe und andere türkische Spezialitäten sei, die mit schweren Zutaten wie Mehl, Butter und Zucker hergestellt werden. Besser eignen würden sich hier Eis, Pudding oder Obst.

Übermäßigen Salz- und Gewürzgenuss sollten die Fastenden ebenfalls vermeiden. Das könne zu einer Austrocknung unter Tage führen. Gesunde Snacks wie Nüsse, Trockenfrüchte und Datteln würden jedoch nicht nur die Energie steigern, sondern dem Körper vor allem gesunde Nährstoffe liefern. Um den Stoffwechsel am Laufen zu halten, empfehle sich zudem ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

Fastende sollten zudem nicht dem Trugschluss aufsitzen, dass es in Ordnung sei, nach einem langen, entbehrungsreichen Tag mehr zu essen als sonst. Gerade um eine Gewichtszunahme zu verhindern und eine bessere Verdauung zu haben, sei hier Maß geboten. Auch das Überspringen des Suhurs vor einem langen Fastentag sei nicht angeraten. Das Frühstück sei vielmehr die wichtigste Mahlzeit. Es verhindere, dass sich der Stoffwechsel verlangsamt. Es stärkt den Körper und hilft ihm mit Vollkornbroten und Getreide, den Blutzuckerspiegel im Laufe des Tages zu halten.

Last but not least gilt: Bleiben Sie aktiv. Durch das Fasten neigten die Menschen dazu, während des Ramadans insgesamt träger zu werden. Ideal sei zum Beispiel ein Spaziergang nach dem Iftar, um eine Verlangsamung des Stoffwechsels zu vermeiden und zusätzliche Kalorien zu verbrennen.

Bevor es los geht, sollte überdies ein Arzt konsultiert werden. Jeder Körper habe unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen. Umso wichtiger sei es, diese mit seinem Arzt zu besprechen.

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