UNICEF: Türkei bietet Schutz für die meisten syrischen Flüchtlingskinder

Der UNICEF zufolge sind mehr als die Hälfte der in der Türkei registrierten syrrischen Flüchtlinge Kinder. Damit ist die Türkei zum Hauptunterschlupf für gefährdete Kinder und Jugendliche geworden. Allein in den vergangenen Tagen kam eine beachtliche Zahl dazu.

Seit Anfang Juni dieses Jahres haben allein mehr als 23.000 syrische Flüchtlinge den türkisch-syrischen Grenzübergang Akçakale überquert. Die verzweifelten Menschen sind auf der Flucht vor Luftangriffen und Kämpfen in der Stadt Tal Abyad.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Genf informierte UNICEF-Sprecher Christophe Boulierac am 16. Juni über die aktuelle Misere. Seinen Angaben zufolge seien allein unter den 23.000 jüngsten syrischen Flüchtlingen mindestens 10.000 Kinder gewesen.

Doch das ist nur die Spitze des Eisberges, der sich derzeit im syrischen Nachbarstaat abspielt. „Von den fast 1,8 Millionen Flüchtlingen in der Türkei sind 54 Prozent Kinder. Das sind insgesamt rund 900.000 Flüchtlingskinder“, zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet. Doch auch in der direkten türkischen Umgebung sei die Belastung groß. Das Gastgeberland mit der zweithöchsten Zahl an syrischen Flüchtlingskinder sei Boulierac  zufolge der Libanon. Angaben der UNICEF zufolge hätten hier mindestens 630.000 Kinder Zuflucht gefunden.

Unterdessen hat die Türkei bereits damit begonnen, die neu angekommenen Flüchtlingskinder auch medizinisch zu versorgen. Bislang sollen rund 6000 der über Akçakale ins Land gekommenen unter 16 Jahren Kinder gegen Masern und Polio geimpft worden sein, so das Blatt unter Berufung auf Yaşar Şimşek, der Leiter des Gesundheitsamtes in der südöstlichen Provinz Şanlıurfa, weiter.

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