Türkin zwischen Tradition und Moderne: «Einmal Hans mit scharfer Soße» endlich im TV

Neun Jahre dauerte es, bis das Buch von Hatice Akyün es auf die Leinwand schaffte. Immer wieder hatten Regisseure der Autorin vorgeschlagen, ihre Filmfigur könne doch ein Kopftuch aufsetzen. 2013 kam der Film endlich in die Kinos. Jetzt zeigt Arte das Drama «Einmal Hans mit scharfer Soße».

Hatice (Idil Üner) ist Mitte dreißig, lebt als Single in Hamburg und ist auf der Suche nach der großen Liebe. So wie ihre Freundin Julia auch. Dennoch gibt es einen Unterschied: Hatice hat eine türkische Familie im niedersächsischen Salzgitter und will auf keinen Fall einen Türken als Mann. Die Migrantentochter macht in dem Film «Einmal Hans mit scharfer Soße» von Regisseurin Buket Alakus einen Spagat zwischen ihrem Leben als moderner junger Frau und ihrer traditionsbewussten Familie.

Arte zeigt an diesem Freitag (20.15 Uhr) die Komödie, die 2013 in die Kinos kam und auf dem autobiografischen Roman der Schriftstellerin und Journalistin Hatice Akyün basiert. Vieles kreist in dem Film um Hatices Vater Ismael (Adnan Maral), der stolz auf seinen Mercedes ist, aber stur an seinen anatolischen Traditionen festhält. Und die besagen, dass die jüngere Tochter Fatma (Sesede Terziyan) erst nach Hatice heiraten darf, obwohl sie längst einen türkischen Freund hat. Als Fatma schwanger wird, muss Hatice schnell einen Schwiegersohn mit nach Hause bringen.

Neun Jahre dauerte es, bis das Buch von Hatice Akyün es auf die Leinwand schaffte. Immer wieder hatten Regisseure der Autorin vorgeschlagen, ihre Filmfigur könne doch ein Kopftuch aufsetzen – und es dann als Befreiung im Laufe der Geschichte ablegen. «In vielen Gesprächen und Situationen habe ich gemerkt: Da stimmt das Bild nicht. Mein Gegenüber hat ein Bild von einer türkischstämmigen Frau im Kopf, dem ich nicht entspreche», sagte Akyün bei der Kinopremiere.

Umso wichtiger war es Akyün, mit Buket Alakus eine Regisseurin gefunden zu haben, die einen ähnlichen Hintergrund hat und der sie vertraut, so die dpa. «Dadurch, dass sie selbst eine türkische Tochter ist, kannte sie viele Situationen aus ihrem eigenen Leben – das hat es sehr schön und spannend gemacht, dieses Projekt mit ihr zu entwickeln.» Auch die Schauspieler sind türkischstämmig.

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