Stures Gericht: Türkische Familie darf ihren Nachnamen nicht ändern

Eine deutsch-türkische Familie ist vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig mit einer Klage gescheitert, ihren ausländischen Nachnamen ändern zu dürfen. Wie das Gericht am Freitag mitteilte, argumentierten die Eltern damit, dass der türkische Nachname zu Diskriminierungen ihrer Kinder in der Schule geführt habe.

Die Eltern befürchten, dass ihren Kindern durch den türkischen Nachnamen Nachteile entstehen. (Foto: Flickr/ Family Tale by Alexander Mueller CC BY 2.0)

Die Eltern befürchten, dass ihren Kindern durch den türkischen Nachnamen Nachteile entstehen. (Foto: Flickr/ Family Tale by Alexander Mueller CC BY 2.0)

Zuvor hatte auch das Standesamt Braunschweig den Antrag abgelehnt, vom türkischen Familiennamen des Vaters auf den deutschen Namen der Mutter wechseln zu dürfen.

Die Eltern vermuten, dass die Kinder wegen ihres Nachnamens auch für ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt wurden, so die dpa. Auch wurde ihnen spezieller Sprachförderbedarf attestiert, obwohl in der Familie gar kein Türkisch gesprochen wird.

Das Gericht entschied, diese Argumente seien für eine Namensänderung nicht ausreichend. Auch eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Zwillinge durch ihren Nachnamen habe die Familie nicht belegen können. «Ein ausländisch klingender Familienname allein rechtfertigt eine Namensänderung jedenfalls nicht», sagte Gerichtssprecher Torsten Baumgarten am Freitag zu der Entscheidung vom Mittwoch.

Ob das Gericht damit wirklich richtig liegt, darf bezweifelt werden. Das Ausmaß der Diskriminierung von Migranten ist größer als bisher angenommen. Sie umfasse alle Bereiche vom Kindergarten über Hochschulen bis ins Arbeitsleben. Das stellte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bereits im Jahr 2013 in einer Studie fest. Hierzu heißt es unter anderem:

„Der Name von Bewerbenden und die damit verbundene ethnische oder `soziale Herkunft´, das Geschlecht, die Religionszugehörigkeit, das Alter sowie Behinderungen und chronische Krankheiten können zu Diskriminierungen beim Zugang zu einem Arbeitsplatz führen.“

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