Kampf um „Kurdistan“: Religiöse Kurden mobilisieren gegen PKK

Im Südosten der Türkei organisieren sich die religiös motivierte Kurden, um gegen die Terror-Organisation PKK vorzugehen. Eine führende Rolle bei der Mobilisierung spielt die kurdisch-islamistische Partei Hüdapar. Sie gilt als der politische Arm der kurdisch-islamistischen Miliz Hüdapar. In der vergangenen Woche soll die PKK einen kurdisch-islamischen Politiker ermordet haben. Doch der Nahe Osten braucht nicht noch einen Bürgerkrieg.

In der vergangenen Woche fand in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir eine Demonstration von muslimischen Kurden statt. Der Protestzug wurde von der kurdisch-islamistischen Partei Hüdapar organisiert, berichtet die Nachrichtenagentur Ihlas. Auslöser des Protests war die Ermordung eines kurdischen Politikers durch die Terror-Organisation PKK. Die Partei Hüdapar und ihre Anhänger fordern die vollständige Entwaffnung der PKK.

Ein Hüdapar-Sprecher, Seyhmus Tanrıkulu, sagte, dass die PKK religiöse Kurden in der Südost-Türkei töte, Moscheen anzünde und die Arbeitsstätten von ungewollten Personen zerstöre. „Wenn ihr wollt, dass das kurdische Volk Kurdistans in all seinen Teilen in Frieden leben soll, dann hört auf mit mit euren Angriffen. Wenn die HDP die PKK dazu auffordert, die Waffen niederzulegen, werden auch wir die Hisbollah-Miliz auffordern ihre Waffen niederzulegen. Die Zeiten, in denen ihr uns angreifen und töten und im Gegenzug von uns Passivität einfordern konntet, sind vorbei. Wir werden jede nur erdenkliche Bürde auf uns nehmen, um den Islam und die Muslime zu beschützen.“

In einer Mitteilung meldete die Islamisten-Partei Hüdapar vor der Türkei-Wahl:

„Die HDP befindet sich auf einer Moslem-Jagd. Die HDP-Anhänger erdreisten sich nicht nur, von Haus zu Haus zu ziehen und Muslime zu töten. Sie sprechen von Brüderlichkeit und Frieden. Doch in der Realität sind sie Tag und Nacht damit beschäftigt, die Kurden in der Türkei in einen Bürgerkrieg zu stürzen und den Kurden ihre islamischen Wurzeln auszutreiben. Ihr müsst wissen, dass diese Leute bei einer Machtkonsolidierung nicht zögern werden, die gläubigen Kurden zu ermorden. Wenn wir uns die Kandidaten dieser Partei anschauen, sehen wir, dass es bei dieser Partei um eine Bewegung von Islam-Hassern handelt. Allerdings werden sich die muslimischen Kurden den Drohungen der HDP nicht beugen.“

Zwischen den türkischen Kurden im Südosten der Türkei gibt es seit Jahrhunderten einen Streit um die politische Ausrichtung der kurdischen Bewegung. Während die HDP als säkular eingestuft wird und der politische Arm der Terror-Organisation PKK ist, sind die religiösen Kurden islamisch bis islamistisch orientiert. Der bewaffnete Arm der islamistischen Kurden nennt sich Hisbollah. Diese Organisation gilt ebenfalls als Terror-Gruppe und hat keine Verbindung zur schiitischen Hisbollah im Libanon. Derzeit gibt es regelmäßige Zusammenstöße zwischen beiden Seiten. Die Zusammenstöße beschränken sich geographisch auf den Südosten der Türkei.

In den 1990er Jahren gab es schwere Kämpfe zwischen der Hisbollah und der PKK. Während die PKK eine reguläre Terror-Organisation mit Guerilla-Kämpfern in Gebirgsgegenden ist, ist die Hisbollah eine reine islamistische Guerilla, die in der Vergangenheit durch ihre Grausamkeit bei Tötungen politischer Gegnern aufgefallen ist.

Allerdings bleibt zu hoffen, dass im Nahen Osten nicht noch ein Bürgerkrieg entsteht. Keiner in der Region braucht einen innerkurdischen Krieg, an dem nur internationale Waffenhändler verdienen können. Der Nahe Osten braucht eine Ordnung, in der Türken, Iraner, Araber und Kurden sich solidarisieren und den Konflikten ein endgültiges Ende setzen. Denn die Alternative ist Krieg und die Nutznießer jener Kriege befinden sich nicht in der Region.

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