Armenier-Debatte: Belgien belehrt Türken über Völkermord

Der belgische Regierungschef Charles Michel verlangt von der Türkei die unverzügliche Anerkennung des „Völkermords“ an den Armeniern. Die Begrifflichkeit „Völkermord“ soll von nun an immer verwendet werden. Über den faktisch erwiesenen Völkermord Belgiens an der Bevölkerung des Kongo möchte Michel nicht sprechen. Zuvor hatten die Christdemokraten eine türkischstämmige Politikerin aus der Partei geworfen, weil diese einem armenischen Völkermord-Beschluss nicht zustimmen wollte.

Belgiens Premier Charles Michel hat es oftmals mit Personen zu tun, die gegen ihn protestieren. (Screenshot)

Belgiens Premier Charles Michel hat es oftmals mit Personen zu tun, die gegen ihn protestieren. (Screenshot)

Das türkische Außenministerium hat Belgien am Samstag wegen der Einstufung der Armenierverfolgung im Osmanischen Reich als Völkermord scharf kritisiert. Der belgische Regierungschef Charles Michel hatte am Donnerstag im Parlament über die Gräueltaten im Ersten Weltkrieg gesagt, diese tragischen Ereignisse sollten als «Völkermord» bezeichnet werden.

Diese Aussage stimme nicht mit historischen Fakten überein, erklärte das Außenministerium in Ankara und warnte vor Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen. Es sei «weder akzeptabel noch gerechtfertigt», dass Michel ein Urteil über dieses Thema abgebe. Wenn es ein Land gibt, welches sich eines oder mehrerer nachgewiesener Völkermorde schuldig gemacht hat, dann ist das unter anderem Belgien. Das Las Land hat seine Kolonialgeschichte in Afrika – siehe Kongo- bis heute nicht aufgearbeitet.

Die Türkei hatte im April auch die Völkermord-Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck verurteilt. Dabei sollte sich Gauck mehr dafür einsetzen, das die Bundesregierung und der Bundestag endlich den Völkermord an den Hutu und Nama im Jahr 1915 rechtlich anerkennt. Auch dieser Völkermord ist bis ins letzte Detail erwiesen und die Täter-Opfer-Rollen sind auch klar.

Zuvor hatten Christdemokraten der CDH ein erfolgreiches türkischstämmiges Mitglied aus der Partei ausgeschlossen. Sie hatte einem Beschluss zur „Anerkennung des armenischen Genozids“ ihre Zustimmung verweigert. Muslime und Türken werden in Belgien und weiteren EU-Staaten gezielt und vorsätzlich in die Enge getrieben, um sie zu isolieren. Was anschließend folgen soll, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar.

Der im Februar verstorbene türkische Analyst Mahir Kaynak hatte durchgehend vor einem Militär-Einsatz gegen die Türkei gewarnt. Die Diskussion um den Völkermord an den Armeniern sei eine psychologische Vorbereitung auf einen derartigen Überfall. Als Vorwand werde ein Bürgerkrieg zwischen Kurden und Türken dienen, den die Europäer zuvor selbst provozieren werden.

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