Neuer Frauenmord in der Türkei: 18-Jährige wird getötet und dann vergewaltigt

Nur wenige Monate nach dem grausamen Mord an der 20-jährigen Studentin Özgecan Aslan sorgt in der Türkei erneut ein Verbrechen für Aufsehen. Die erst 18-jährige Cansu K. wurde in der vergangenen Woche tot in einem Kanal in der westlichen Provinz Muğla gefunden. Jetzt stellte sich heraus: Ihr Mörder hat sie nach der Tat auch noch vergewaltigt.

Die ganze Tragweite des furchtbaren Verbrechens förderte nun eine Autopsie des Leichnams der jungen Frau zutage. Die Rechtsmediziner sollen türkischen Medienberichten zufolge Spermien und Nagelspuren in und auf Cansus Körper entdeckt haben. Die Funde sollen zu den beiden bereits inhaftierten Verdächtigen gehören.

Die Zeitdifferenz zwischen dem Zeitpunkt, als CansusHals gequetscht wurde und den Spuren, die sich durch die Vergewaltigung ergeben hätten, deuteten darauf hin, dass die Mörder das Opfer sexuell missbraucht, nachdem sie bereits tot war, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet die Forensik-Experten.

Die junge Frau wurde am 17. Juni tot von ihrer Schwester am Dalyan-Kanal aufgefunden. Die Familie suchte sie zu diesem Zeitpunkt bereits seit drei Tagen. Das Mädchen lebte Dalyan in einem Hotel und arbeitete als Kellnerin.

Am 22. Juni marschierten rund 500 Menschen in einem Protestzug durch die Straßen von Ortaca, um mit Bildern auf das Schicksal von Cansu und vieler anderer ermordeter Frauen in der Türkei aufmerksam zu machen. Nilgün Şahin, Generalsekretäri im Stadtrat von Ortaca, zeigte sich alarmiert. Die Frauen, die in diesem Jahr brutal ermordet wurden, sind jetzt bei uns. Diese schreckliche männliche Gewalt (…) geht immer noch weiter und macht unser Leben ohne Grenzen elendig.Diese männlich-dominante Mentalität, die Frauen jeden Alters, Farbe oder Sprache raubt, hat seit Anfang 2015 insgesamt 144 Schwestern geraubt.Wir sind uns bewusst, dass diejenigen, die C. ermordet haben, uns  ermorden wollen.

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