Elizabeth II. auf Staatsbesuch: Deutsche wollen keine eigene Queen

An diesem Mittwoch hat die Queen offiziell ihren fünften Staatsbesuch in Deutschland gestartet. In ihrer Heimat sind die 89-Jährige und ihr Mann Prinz Philip eine feste Institution. Hierzulande schaut man ihr zwar gern zu, eine eigene Königin möchten aber die wenigsten.

Fast 90 Prozent der Befragten sprachen sich gegen ein gekröntes Staatsoberhaupt aus. (Foto: Flickr/ Monarchial Scrutiny by Joel Penner CC BY 2.0)

Fast 90 Prozent der Befragten sprachen sich gegen ein gekröntes Staatsoberhaupt aus. (Foto: Flickr/ Monarchial Scrutiny by Joel Penner CC BY 2.0)

So sehr sich viele Deutschen auch über den Queen-Besuch freuen – eine eigene Monarchie will die große Mehrheit einer Umfrage zufolge nicht. 88 Prozent sprachen sich in einer Forsa-Befragung im Auftrag des Magazins «stern» gegen ein gekröntes Staatsoberhaupt nach britischem Vorbild aus, nicht mal jeder Zehnte (neun Prozent) wäre dafür. Nur drei von hundert Befragten hatten keine Meinung.

Zwischen Ost und West gibt es dabei Unterschiede, so die dpa: In Ostdeutschland wären der Umfrage zufolge immerhin zwölf Prozent für einen König oder eine Königin. In Westdeutschland sind es dagegen nur sieben Prozent. Zwischen Frauen und Männern gibt es im gesamtdeutschen Schnitt der Umfrage zufolge dagegen keinen Unterschied.

Das Forsa-Institut hat vergangene Woche 1000 repräsentativ ausgewählte Deutsche über eine Computerstichprobe befragt, dabei liegt die statistische Fehlertoleranz bei drei Prozent.

Der fünfte Staatsbesuch in Deutschland beginnt für die Queen an diesem Mittwoch mit einem vollen Programm. Ihren ersten Termin hat die britische Königin Elizabeth II. mit Bundespräsident Joachim Gauck, der offiziell eingeladen hat. Nach dem Empfang fährt die 89-Jährige mit ihrem Mann Prinz Philip (94) auf einem Boot zum Kanzleramt. Auf ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) folgt eine Kranzniederlegung an der Neuen Wache.

«Dieser Besuch ist etwas Besonderes», hatte der britische Botschafter Sir Simon MacDonald vorab betont. Ihren fünften Staatsbesuch macht die Queen genau 50 Jahre nach ihrem ersten: Im Jahr 1965 blieb sie elf Tage in der Bundesrepublik. Der erste Besuch der Königin nach Ende des Zweiten Weltkriegs galt als Zeichen der Versöhnung.

Diesmal reist Elizabeth II. schon am Freitagmorgen wieder ab – nach Stationen unter anderem in Frankfurt am Main und an der Gedenkstätte Bergen-Belsen in Niedersachsen.

Die Queen war am Dienstagabend mit einer Sondermaschine in der Hauptstadt gelandet – und dabei in Königsblau mit türkisfarbenem Hut gekleidet. Zuletzt war die Monarchin im November 2004 zu einem Staatsbesuch in Deutschland.

Den Mittwoch verbringt die Königin komplett in der Hauptstadt. Nach einer Mittagspause besucht sie am Nachmittag die «Queen’s Lecture» an der Technischen Universität – eine Vortragsreihe zu ihren Ehren.

Die Vorlesung hält der Direktor des Britischen Museums in London, Neil MacGregor, der Intendant des Berliner Kulturzentrums Humboldtforum wird. Dabei soll es um Dinge gehen, die für die Deutschen typisch britisch sind.

Abends lädt dann der Bundespräsident zum Staatsbankett – 136 Gäste werden dazu im Schloss Bellevue erwartet. Was auf den Tisch kommt, blieb zunächst geheim.

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