Nach Attentat: Talentshow-Kandidatin ist aus dem Koma erwacht

Aufatmen bei Freunden und Angehörigen der türkischen Nachwuchs-Sängerin Mutlu Kaya. Die 19-Jährige war Mitte Mai mit einem Schuss in den Kopf niedergestreckt worden. Jetzt soll sie aus dem Koma erwacht sein.

Die Talentshow-Sängerin Mutlu Kaya verzauberte mit ihrer Stimme die gesamte Türkei. (Screenshot)

Die Talentshow-Sängerin Mutlu Kaya verzauberte mit ihrer Stimme die gesamte Türkei. (Screenshot)

Nach dem Attentat schwebte die junge Frau wochenlang in Lebensgefahr, wurde auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in Diyarbakır behandelt. Jetzt soll es einen Lichtblick geben. Mutlu Kaya sei aus dem Koma erwacht und könne sogar kommunizieren. Das gaben ihre Ärzte am 23. Juni bekannt.

Sie wurde aus der Intensivstation in einen privaten Raum verlegt. Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist gut. Sie hat das Bewusstsein wiedererlangt und ist in der Lage mit uns zu kommunizieren“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet ihren Arzt Ulaş Aktaş. Zunächst habe sie mit Ein-Wort-Sätzen geantwortet. Mittlerweile habe sie sich auf acht bis zehn Wörter gesteigert. Sie sei sich völlig bewusst, was um sie herum geschehe.

Noch sei Mutlu Kaya auf eine flüssige Nahrungsaufnahme angewiesen. Mit dem Rollstuhl mache sie jedoch bereits einmal am Tag Ausflüge nach draußen. Dennoch benötige sie noch monatelange Physiotherapie.

Die Kandidatin einer türkischen Gesangs-Talentshow war bei einem Attentat Mitte Mai lebensgefährlich verletzt worden. Ein oder mehrere Täter hatten der 19-jährigen Mutlu Kaya in ihrem Haus in der südosttürkischen Provinz Diyarbakir in den Kopf geschossen. Die Sängerin soll einem Medienbericht zufolge zuvor Todesdrohungen erhalten haben (mehr hier).

Kaya ist Kandidatin in der Gesangs-Talentshow «Sesi cok güzel» (Seine/ihre Stimme ist sehr schön). Die Teilnehmer werden von einer dreiköpfigen Jury bewertet. Mitglied der Jury ist unter anderem die bekannte Popsängerin Sibel Can. Die Sängerin sei «wie eine Mutter» für Kaya, sagte ihr Vater nach Angaben von Anadolu.

Die Zeitung «Posta» hatte kurz nach dem Attentat berichtet, der Vater sei strikt dagegen gewesen, dass Kaya Sängerin werde. Kaya habe dem Team der Show gesagt, sie habe wegen ihrer Teilnahme an dem Programm Todesdrohungen erhalten. Unklar blieb, von dem diese Drohungen gestammt haben sollen. Nach Angaben des Vaters probte Kaya zum Zeitpunkt der Tat zu Hause, wie Anadolu berichtete.

Wenige Tage später berichtete die Zeitung Milliyet, dass vier Verdächtige festgenommen wurden. Unter ihnen soll sich auch der Freund der türkisch-kurdischen Sängerin befinden. Doch dieser beteuerte seine Unschuld.

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