Unternehmen vernachlässigen Demographie-Problem

Die starke Alterung der deutschen Bevölkerung spiegelt sich zunehmend in der Mitarbeiterstruktur der Unternehmen. In vielen Betrieben ist nahezu die Hälfte der Mitarbeiter über 55 Jahre. Wirkliche Strategien zum zukünftigen Umgang mit dieser Entwicklung haben aber die wenigsten entwickelt.

Die Zahl der über 55-Jährigen in Deutschland nimmt weiter zu. Eine Entwicklung, die sich auch auf die deutschen Unternehmen auswirkt. In fast jedem zehnten Unternehmen sind immerhin 40 Prozent der Beschäftigten älter als 55 Jahre. Der Fachkräftemangel, der von einigen Branchen als Problem genannt wird, wird sich durch die Alterung der Bevölkerung weiter verschärfen. Doch in vielen deutschen Unternehmen wird diese Problematik noch nicht gesehen.

„Obwohl der demografische Wandel vielfach in der Wirtschafts- und Arbeitswelt angekommen ist, werden die damit verbundenen Herausforderungen weiterhin stark unterschätzt“, sagt Uwe Schirmer, wissenschaftlicher Leiter der Studie „Demografie Exzellenz – Herausforderungen im Personalmanagement 2016“ vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater. Nur jedes dritte Unternehmen gibt ein demographieorientiertes Personalmanagement als Ziel an. Noch weniger haben überhaupt ein Budget für diese Art des Personalmanagement. Vor allem kleinere Unternehmen haben sich vor diesem Personalthema bisher eher gescheut.

Unter allen Erwerbstätigen in Deutschland  liegt die Zahl der über 55-Jährigen dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zufolge bei 19 Prozent. Im öffentlichen Dienst sind es sogar 24 Prozent. „”Für den öffentlichen Dienst hat das erhebliche Folgen, wenn die stark besetzten Jahrgänge der über 55-Jährigen das Renteneintrittsalter erreichen”, sagt Stephan Kühntopf vom Bundesinstitut. Alleine in den kommenden zehn Jahren werden von den gegenwärtig etwa 4,6 Millionen Beschäftigten rund 1,1. Millionen in den Ruhestand gehen.

Die Alterung der deutschen Bevölkerung spiegelt sich mittlerweile in der ganzen Gesellschaft. Die Zahl der jungen Gründer nimmt ab und auch die der Schüler: Die Zahl der Einschulungen 2013/14 ist gegenüber dem Schuljahr 1999/2000 um 18 Prozent zurückgegangen, im früheren Bundesgebiet allein sogar um 23 Prozent.

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