Streit um Iftar-Tafel: Ist Erdoğan ein Verschwender?

Der neue Prunkpalast von Präsident Recep Tayyip Erdoğan sorgt in der Türkei weiter für Diskussionen: Diesmal geht es um die Kosten für die Festtafel, an die Erdoğan anlässlich des abendlichen Fastenbrechens im Ramadan lädt. Die regierungskritische Architektenkammer in Ankara will errechnet haben, dass sich die Kosten dafür inklusive Mobiliar auf mehr als eine Million Lira, umgerechnet gut 330.000 Euro, belaufen.

Der Präsidentenpalast in Ankara teilte am Dienstagabend mit, die in den Medien zirkulierenden Berechnungen seien «gänzlich unwahr» und «Propaganda». Konkrete Angaben zu den Kosten machte der Präsidentenpalast allerdings nicht, so die dpa.

Nach den Angaben der Architektenkammer schlägt beispielsweise der gigantische runde Tisch mit 240.000 Lira zu Buche, die 29 Stühle mit 435.000 Lira. 115 Quadratmeter Tischdecke kosten demnach 13.800 Lira, 400 Rosen aus den Niederlanden 4800 Lira. Die Gedecke mit Tellern, Besteck, Salzstreuern und anderem Zubehör veranschlagt die Kammer mit 9400 Lira pro Person. Das eigentliche Essen ist dagegen den Berechnungen zufolge mit 80 Lira pro Kopf vergleichsweise günstig.

Mittlerweile hat der Präsidentenpalast auch ein Video veröffentlicht, um die Vorwürfe der Architektenkammer zu entkräften, so die türkische Zeitung Hürriyet. Darin wird detailliert aufgezeigt, wie die Tafel entstanden ist.

Der im vergangenen Jahr eröffnete Palast mit mehr als 1150 Zimmern steht seit langem in der Kritik. Nach Ansicht der Architektenkammer wurde der «Weiße Palast» genannte Amtssitz des Präsidenten illegal in einem Naturschutzgebiet errichtet.

Mehr zum Thema:

SPD-Antrag in München: Bayerische Landeshauptstadt soll zum Fastenbrechen einladen
Deutsch-türkisches Iftar-Essen: Eine echte Premiere am Berliner Leopoldplatz
Ramadan-Fest in Dortmund: Oberbürgermeister verbietet Muslimen die Feierlichkeiten

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.