Syrien: Kurden sollen Genozid an Arabern und Turkmenen verüben

Nach Aussagen von syrischen Rebellen und Flüchtlingen verüben die syrischen PKK-Kämpfer unter dem Deckmantel der IS-Bekämpfung einen Genozid an Arabern und Turkmenen in Nordsyrien. Die USA verneint den Vorwurf nicht, doch eine klare Antwort will das US-Außenministerium nicht geben. Der HDP-Chef Selahattin Demirtaş hingegen, nimmt die syrischen PKK-Kämpfer in Schutz. Das Schicksal der Araber und Turkmenen interessiert ihn offenbar nicht.

In Syrien toben derzeit schwere Kämpfe zwischen dem syrischen Ableger der Terror-Organisation PKK (YPG) und Arabern, berichtet die Washington Post. Die YPG meldet zwar, dass sie lediglich gegen den IS kämpfen würde, doch unklar ist, ob es sich dabei um die faktische Wahrheit handelt. Denn den Vorwurf der syrischen Rebellen, wonach die kurdischen Kämpfer „ethnische Säuberungen“ an Arabern und Turkmenen verüben sollen wird vom US-Außenministerium nicht verneint. Unklar bleibt hingegen, wiviel Menschen schon getötet worden sein sollen. Nach Angaben der Rebellen sei insbesondere die Stadt Tal Abyad betroffen. Dabei müssten die Amerikaner genauere Informationen haben. Denn schließlich unterstützen sie angeblich die Kurden gegen die Terror-Miliz IS.

Der drittgrößte US-Medienkonzern McClatchy berichtet, dass zumindest Turkmenen und Araber aus ihren Häusern vertrieben und ihre Personalausweise verbrannt werden. Doch ohne Papiere können sie auch nicht in die Türkei ausreisen, da die Türkei Personalausweise als Voraussetzung für die Einreise fordert.

Die Washington Post wörtlich:

„Der kurdische Vorstoß hat dazu geführt, dass in den vergangenen zwei Wochen 16.000 Menschen in die Türkei flüchten mussten. Am Montag kamen nach Informationen des staatlichen türkischen Senders TRT am Grenzübergang Akcakale bis zu 3.000 weitere hinzu. Ein Associated Press-Reporter beobachtete viele Menschen an der Grenze.“

Doch die kurdischen Kämpfer weisen die Vorwürfe zurück. Sie hätten den Flüchtlingen gesagt, dass sie in den Dörfern der Kurden unterkommen dürfen. Aber diese hätten es vorgezogen, in die Türkei auszureisen.

Offenbar findet unter dem Deckmantel der IS-Bekämpfung ein Genozid an den Arabern und Turkmenen in Nordsyrien statt. Das berichten zumindest auch die Flüchtlinge. Doch die internationale Gemeinschaft schweigt nicht nur zu den Vorwürfen, sondern stellt die PKK und ihren syrischen Arm YPG als Freiheitskämpfer dar. Die Grünen in Deutschland bleiben ebenfalls stumm.

Hinzu kommt, dass sich zahlreiche europäische Söldner und Freiwillige der YPG anschließen, um in Syrien an den angeblichen Kriegsverbrechen teilzunehmen. Sie werden über die Facebook-Seite „Lions of Rojava“ rekrutiert.

Falls tatsächlich ein Völkermord an den Arabern und Turkmenen Nordsyriens stattfindet, müssen die Menschen in der Türkei und in den islamischen Staaten wissen, dass derartige Taten von den meisten Kurden nicht gutgeheißen wird. Weder die PKK noch die YPG repräsentieren das kurdische Volk in seiner Gesamtheit.

Besonders traurig ist, dass der Partei-Chef der türkisch-kurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtaş, in einem Interview mit der Zeit die PKK und die YPG in Schutz nimmt. Der Frage, ob in Tel Abyad ethnische Säuberungen an Turkmenen und Arabern stattfinden würden, weicht Demirtaş zunächst aus. Doch auf eine zweite Nachfrage hin sagt er: „So weit wir es überblicken können, nein“.

Auch Demirtaş schließt ethnische Säuberungen an Arabern und Turkmenen nicht mehr aus. Die Kurden in Nordsyrien versuchen seit geraumer Zeit, ihr autonomes Gebiet zu etablieren. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Nicht-Kurden aus diesen Gebieten geflohen.

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