„In die Wüste mit euch“: Kurden vertreiben Araber aus Nordsyrien

Nach Informationen des US-Medienkonzerns McClatchy sind die Kurden-Milizen in Nordsyrien damit beschäftigt, alle Minderheiten aus dem Gebiet zu vertreiben. Insbesondere Araber und Turkmenen sind betroffen. Die Demographie Nordsyriens ändert sich aktuell drastisch. Die Kurden wollen ein ethnisch „reines“ Gebiet haben.

In Nordsyrien überschlagen sich die Ereignisse. Die Kurden vertreiben alle arabischen Familien und wollen ihren eigenen Staat gründen. (Foto: Flickr/ Syria by Freedom House CC BY 2.0)

In Nordsyrien überschlagen sich die Ereignisse. Die Kurden vertreiben alle arabischen Familien und wollen ihren eigenen Staat gründen. (Foto: Flickr/ Syria by Freedom House CC BY 2.0)

Der US-Medienkonzern McClatchy berichtet über Vertreibungen von Arabern aus Nordsyrien durch Kurden-Milizen der YPG. Dazu hat McClatchy einige Augenzeugen befragt und deren Aussagen dokumentiert.

„Sie haben uns aus unserem Dorf vertrieben“, sagt der 35-jährige Jomah Ahmed, der zum al-Baggara-Stamm gehört. Ahmed soll aus dem Dorf al-Fwaida in Nordsyrien stammen. Mit ihm sollen dutzende Mitglieder seiner Großfamilie von den Kurden-Milizen vertrieben worden sein.

Die Kurden sollen den Arabern gesagt haben: „Geht in die al-Badiya-Wüste, geht nach Tadmur. Da gehört ihr schließlich hin“. Tadmur wurde im Mai vom IS eingenommen und befindet sich 100 Meilen östlich von Tal Abyad. Die arabischen Augenzeugen aus Nordsyrien sagten McClatchy, dass die Kurden einen eigenen Staat schaffen wollen. „Sie sagten zu uns, sie seien seit 20.000 Jahren in Nordsyrien. Doch wir seien erst kürzlich aus der Wüste gekommen. Dann sagten sie uns, dass wir in die Wüste zurück sollen“, so Ibrahim al Khider, der einem arabischen Stamm von 16.000 Personen angehört.

Der Sprecher der syrisch-turkmenischen Gemeinde Nordsyrien, Tarik Sulo, berichtet, dass die US-Bombardements zur Unterstützung der Kurden-Milizen gegen den IS das eigentliche Ziel hätten, die Region „ethnisch zu säubern“, um die Demographie komplett zu verändern. Die Turkmenen werden aus Gebieten vertrieben, in denen sie über Jahrhunderte gelebt hatten, so Sulo.

Die Kurden-Milizen haben bisher mehrere türkische und arabische Dörfer eingenommen. Während des Interviews mit einem McClatch-Sonderkorrespondenten in Ankara, zeigte Sulo ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie ein kurdischer YPG-Kämpfer einen arabischen Gefangenen zwingt, die Fahnder der YPG-Guerilla zu küssen.

 

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