Wachstumsmotor: Türkischer Online-Retail-Markt wird sich bis 2020 verdoppeln

Dem türkischen Online-Retail-Markt wird ein massiver Wachstumsschub prognostiziert. Bis zum Jahr 2020 soll er ein Volumen von 5,2 Milliarden US-Dollar erreichen. Aktuell verzeichnet er 2,6 Milliarden US-Dollar. Die Entwicklung überrascht nicht. Bereits seit Jahren treibt das Internet-Business die türkische Wirtschaft voran.

Die Verbraucher nutzen zum Einkaufen mittlerweile mehr als einen Kanal und sie werden anspruchsvoller. (Foto: Flickr/ GDC Online 2011 by Official GDC CC BY 2.0)

Die Verbraucher nutzen zum Einkaufen mittlerweile mehr als einen Kanal und sie werden anspruchsvoller. (Foto: Flickr/ GDC Online 2011 by Official GDC CC BY 2.0)

Aufgestellt wurde die vielversprechende Prognose in einem Bericht von der Boston Consulting Group und Boomerang Commerce mit dem Titel „Multichannel-Pricing-Strategie.“ Die Fachleute sind sich sicher das Potential dieses Marktes ist in der Türkei noch lange nicht ausgeschöpft.

Es gibt harten Wettbewerb auf dem Einzelhandelssektor in der Türkei“, so Burak Tansan, Gesellschafter und Geschäftsführer von BCG Türkei. Die Wettbewerbsbedingungen haben sich geändert. Die Spielregeln wurden mit der Entwicklung der digitalen Welt neu geschrieben.“

Die Fachleute erwarten, dass die türkische Internet-Wirtschaft bis zum Jahr 2017 bereits 2,6 Prozent des BIP ausmache, so die türkische Zeitung Hürriyet. Der Grund liegt auf der Hand: Eine wachsende Zahl von Verbrauchern geht online und vergleicht Preise – on- und offline. Erst dann werde entschieden, wo ein Produkt gekauft werde. Der Druck auf die Einzelhändler habe sich dadurch deutlich erhöht, so der Report weiter.

Die Verbraucher nutzen zum Einkaufen mittlerweile mehr als einen Kanal und sie werden anspruchsvoller. Sie vergleichen die Produkte und Preise von verschiedenen Firmen an Computern, Tablets oder Smartphones und lesen Kommentare dazu. Dann gehen sie online oder ins Geschäft, um das Produkt zu kaufen. Die meisten Einzelhändler sind sich allerdings nicht bewusst, welcher Preis der richtige ist, welche Kampagne effektiv ist und wie man Preise anhebt oder senkt“, so Tansan. Er bezeichnet daher die Suche nach einer tragfähigen Preisstrategie, eine befriedigende Online-Erfahrung für die Verbraucher sowie die Bereitstellung praktikabler Logistik für eine schnelle Lieferung als die Herausforderungen für türkische Einzelhändler.

Erst kürzlich kündigte der türkische Minister für Industrie, Technologie und Wissenschaft Fikri Işık eine Bildungs-Offensive für den IT-Nachwuchs an. Im Gespräch mit den Journalisten machte er deutlich: „Die Türkei braucht unmittelbar rund 70.000 qualifizierte Informatik- und Technologie-Arbeitnehmer. In den kommenden zehn Jahren soll sich ihre Zahl auf über 300.000 erhöhen.“ (mehr hier)

Der türkische IT-Sektor wird zunehmend für Investoren attraktiv. Kapital soll derzeit vor allem von Business Angels, aber auch von innovativen Web basierten Unternehmen, die durch private Kapitalfonds gegründet wurden, angezogen werden. Das stellte die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young bereits 2013 fest. Demnach war die türkische IT-Branche hinsichtlich ihrer Fusionen und Übernahmen schon 2012 der zweitgrößte Sektor des Landes nach der Energiesparte.

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