Syrien: Kurden-Chef fordert Allianz mit der Türkei

Der syrische Kurden-Chef Salih Muslim weist Vorwürfe zurück, wonach die Kurden ethnische Säuberungen an Turkmenen und Arabern verüben würden, zurück. Es würden auch Araber und Turkmenen in den Reihen der YPG kämpfen. Stattdessen fordert er eine enge Kooperation mit der Türkei. „Wir waren niemals und sind auch heute nicht türkenfeindlich“, so Muslim.

Der Präsident der Autonomen Region Kurdistans (KRG), Masud Barzani (hier in der Mitte), und Präsident Tayyip Erdoğan (hier rechts) treiben die Partnerschaft zwischen dem Nordirak und der Türkei voran. Der syrische Kurden-Chef Salih Muslim will mitmachen. (Screenshot via akparti.org.tr)

Der Präsident der Autonomen Region Kurdistans (KRG), Masud Barzani (hier in der Mitte), und Präsident Tayyip Erdoğan (hier rechts) treiben die Partnerschaft zwischen dem Nordirak und der Türkei voran. Der syrische Kurden-Chef Salih Muslim will mitmachen. (Screenshot via akparti.org.tr)

Der Chef der kurdisch-syrischen Partei PYD, Salih Muslim, weist in einem Interview mit der Zeitung Cumhuriyet die Vorwürfe, wonach die PYD und ihr bewaffneter Arm YPG türkenfeindlich sein sollen entschieden zurück. „Die Kurden von Rojava waren niemals türkenfeindlich. Wir haben die Türken zu keinem Zeitpunkt als Feinde gesehen. Lassen sie uns zusammenarbeiten und die Probleme in Rojava gemeinsam lösen. Das wird sicherlich auch gut für den Nordirak sein. Wenn hier Stabilität herrscht, profitiert auch die Türkei davon. Wir müssen kooperieren“, so Muslim.

Zum Vorwurf, der vom US-Medienkonzern McClatchy in die Welt gesetzt wurde, wonach die YPG-Guerilla „ethnische Säuberungen“ an Arabern und Turkmenen ausüben würde, sagt Muslim: „Die Araber und Turkmenen befinden sich zahlreich in den Reihen der YPG. Die Freie Syrische Armee kämpft gemeinsam mit der YPG. Die Kurden sind im Norden in der Mehrheit. Deshalb haben die meisten den Eindruck, dass die YPG nur aus Kurden besteht“, sagt der PYD-Chef.

Muslim geht offenbar von einer Desinformations-Kampagne aus, die die Kurden in Syrien als Feinde der Türken und Araber brandmarken soll. Es soll offenbar ein türkisch-kurdischer Bruderkrieg provoziert werden. Muslim ist auch der Ansicht, dass im gleichen Maße ein Bruderkrieg zwischen Arabern und Kurden provoziert werden soll, berichtet Demokrathaber. Er bietet der Türkei an, Beobachter nach Rojava zu entsenden, damit diese sehen können, dass die YPG den Arabern und Turkmenen nichts antut.

Der im Februar verstorbene türkische Analyst Mahir Kaynak sagte unmissverständlich, dass allen voran Europa ein Interesse an einem Konflikt zwischen Türken und Kurden hätte. „Deshalb müssen wir eine Politik vollziehen, die einen Konflikt zwischen Kurden und Türken verhindert. Andernfalls passiert folgendes: Wir führen einen Militär-Einsatz im Südosten der Türkei durch. Anschließend tut sich die gesamte Welt unter dem Völkermord-Eindruck zusammen und dann kommt es höchstwahrscheinlich zu einem Militär-Einsatz gegen die Türkei“, zitiert Aktifhaber Kaynak.

Muslims Worte sind konstruktiv, da die Türkei kategorisch nichts gegen eine kurdische Autonomie hat. Ankara fordert nur, dass jene Autonomie sich nicht gegen die Türkei richtet, sondern sich sowohl mit der Autonomen Region Kurdistans (KRG) im Nordirak und der Türkei gut versteht. Am Ende sollten beide Seiten das tun, was Erdoğan und Kurdenpräsident Masud Barzani 2013 angekündigt haben. Beide Politiker hielten vor Tausenden von Kurden und Türken in Diyarbakir zwei Reden. Sie bekräftigten die enge Zusammenarbeit zwischen der KRG und der Türkei. Erdoğan sagte, dass Kurden und Türken eine Schicksalsgemeinschaft bis in den Tod gebildet haben.

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